Johann Schneider-Ammann verlässt den Bundesrat, wie er gekommen war: unauffällig und unaufgeregt. Gerade einmal vier Minuten dauert es nämlich, bis Nationalratspräsident Dominique De Buman (CVP/FR) zwischen zwei Geschäften das Rücktrittsschreiben von Johann Schneider-Ammann verliest.
Um 9:24 Uhr nimmt er das Blatt Papier auf und beginnt: «Sehr geehrte Damen und Herren...»
Schneider-Ammann ist seit 1. November 2010 Mitglied des Bundesrats. Fast auf den Tag genau acht Jahre später verlässt er das Gremium wieder.
Er habe die Arbeit im Bundesrat sehr geschätzt, lässt Schneider-Ammann über de Buman sagen. Ausserdem sei die Schweiz nicht ohne Grund wirtschaftlich an der Spitze. Und Schneider-Ammann wünscht sich für die Zukunft ein «Maximum an Investitionen», vor allem die Chancen der digitalen Revolution gelte es zu nutzen.
Schneider-Ammann betont, dass die Schweiz ein Paradies sei. «Wer rund um den Globus reist, wird mit Komplimenten überhäuft», lässt er ausrichten. Er verlasse ein Gremium, das durch seine «respektvolle und konstruktive Zusammenarbeit beweist, dass die Schweiz als Denk-, Werk- und Dienstleistungsplatz, aber auch bezüglich Lebensqualität und Sicherheit nicht ohne Grund weltweit an der Spitze steht.»
Die Schweiz sei ein Paradies – wer um den Globus reise, werde mit Anerkennung überhäuft, so Schneider-Ammann weiter.
«Der Nationalrat nimmt Kenntnis vom Rücktritt», sagt De Buman nachdem er den Zettel wieder abgelegt hat.. Im Nationalrat wird mit Standing Ovation dem abtretenden Magistraten applaudiert, um 9:27 Uhr wird das nächste Geschäft aufgenommen.
Um 10:15 Uhr wird eine Pressekonferenz des Wirtschaftsministers erwartet.
hja