„Küken zu töten, weil sie das falsche Geschlecht haben, ist moralisch nicht hinnehmbar“, betonte die CDU-Politikerin. Ihr Haus gehe den Weg der Forschung. Seit 2008 fördere das Landwirtschaftsministerium in Deutschland die Geschlechtsbestimmung im Hühnerei mit rund 5 Mio Euro. Dadurch seien zwei vielversprechende Verfahren entwickelt worden, die nun von den Projektpartnern zur Praxisreife gebracht würden. „Es ist keine Zukunftsmusik mehr, dass Eier, die mit unseren Verfahren getestet wurden, in den Supermarktregalen stehen“, stellte Klöckner fest.

Demgegenüber hielt Grünen-Agrarsprecher Friedrich Ostendorff der Ministerin „leere Versprechen ohne Substanz“ vor. Immer wieder habe das Bundeslandwirtschaftsministerium grosse Erwartungen geweckt, die bislang jedoch nicht eingehalten worden seien. So habe der frühere Ressortchef Christian Schmidt angekündigt, das Kükentöten innerhalb von zwei Jahren zu beenden. Nunmehr verspreche seine Nachfolgerin erneut baldige Ergebnisse. Klar sei allerdings, so Ostendorff, dass die vom Agrarressort gefördertem Forschungsarbeiten etwa der Technischen Universität Dresden frühestens in weiteren zwei Jahren praxisreif sein würden.

Das Töten von männlichen Eintagsküken müsse sofort beendet werden und dürfe nicht von technischen Möglichkeiten in der Zukunft abhängig gemacht werden, forderte der Grünen-Politiker. Für ihn zeige diese Praxis „die Absurdität der industriellen Tierhaltung“. Nötig sei stattdessen „eine Tierhaltung mit mehr Respekt und Demut vor dem Leben von Tieren und der Natur, die wir nutzen“.

AgE