Die Landwirtschafts-Lobby wolle zurück zu einer Ballenberg-Landwirtschaft hört man gerne von Freihandels-Turbos und anderen Kritikern der Branche. Deshalb war das 50-Jahr-Jubiläum der Stiftung, die das Freilichtmuseum betreibt der ideale Ort für den Agrarminister, um auf die Landwirtschaft zu sprechen zu kommen.

"Ich will eine intakte produzierende Landwirtschaft"

Der Tierarztsohn Johann Schneider-Ammann nahm anlässlich des Festakts die Gelegenheit wahr, ein für seine Verhältnisse geradezu fulminantes Plädoyer zugunsten der Landwirtschaft. "Ich will eine inkakte, produzierende Landwirtschaft mit hoher Achtung und Bedeutung", sagte er in seiner Rede (siehe Video von Andrea Wyss).

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Obwohl die Schweizer Landwirtschaft nurmehr 0,7% zum Bruttoinlandprodukt beisteuere und lediglich 3% der Arbeitskräfte beschäftige, liefere sie eine Inlandversorgung von 60% brutto. "Das ist eine enorme Leistung", so Schneider-Ammann.

Vorbereiten auf den "Globalisierungstsunami"

Er wolle lediglich, dass diese rechtzeitig vorsorge, fuhr er fort. Der Globalisierungstsunami sei unvermeidlich, und er wolle dass die Landwirtschaft wie Beat Feuz an der Minschkante, den Sprung vorspringe, also voll vorbereitet in die unvermeindliche freiere Handelswelt einsteigen könne. Dafür sei man mit den vorhandenen 1.-Klass-Produkten gut unterwegs.

Offenbar ist es Schneider-Ammann leid, stets als Bauernfeind abgekanzelt zu werden. Das Problem ist einfach, das sein Departement unterschiedlichste Strömungen weit über die Landwirtschaft hinaus vereint, darunter auch die ultraliberalen Freihandels-Turbos, von denen einer in seinem Generalsekretariat sitzt. Und denen will er mindestens so gut gefallen wie den Bauern. Und allen Leuten recht getan, das ist ein Spagat, den auch eine Julia Steingruber nicht ohne weiteres hinbringen würde.

akr