Bio bleibt ein Wachstumssegment, und zwar nicht nur bei der Knospe. Wie Bio-Suisse am Donnerstag vor den Medien in Uettligen BE mitteilte, hat nicht nur die Zahl der Produzenten, sondern auch die Fläche erneut zugelegt. 2017 waren es bereits 6906 (plus 5,6%) Betriebe, die nach biologischen Grundsätzen geführt worden. Darin enthalten sind 483 Betriebe, die nach Bundesbio wirtschaften, also nicht nach den Knospe-Richtlinien. Diese haben um 22,6% zugelegt, sind also proportional deutlich stärker gewachsen als die Mitgliederzahl bei Bio Suisse.

Fläche neu auf 152'000 Hektaren

In der Gesamtabrechnung erreichen die Biobauern damit neu 13,6% an allen Betrieben (plus 0,2% gegenüber dem Vorjahr). Den höchsten Anteil halten sie unverändert in Graubünden, wo erstmals mit 60,1% erstmals die 60-er Marke überschritten wurde. Sehr hohe Anteile weisen im weiteren auch Basel Stadt (37,5% oder 3 von nur 8 Betrieben), Obwalden (32,3%) und Glarus (25,1%) aus.

Weiter stark zugenommen hat auch die Fläche, neu beträgt diese 152'000 Hektaren (+11%). Hier dominiert zwar mit insgesamt 93‘000 Hektaren unverändert das Berggebiet, die Zunahme im Tal war aber vergangenes Jahr wie schon 2016 deutlich grösser (13,5% gegenüber 4,5% Zuwachs). Der prozentuale Anteil Biofläche ist nun im Berggebiet auf 22,5% angewachsen, im Tal liegt er bei 9,2%.

Migros wächst schneller als Coop

Zugelegt hat auch das Marktvolumen. Den Gesamtumsatz beziffert Bio Suisse auf 2,707 Mrd Fr. (plus 8%), das entspricht einem Pro-Kopf-Konsum von Bioprodukten im Gegenwert von nicht weniger als 320 Franken. Klarer Platzhirsch bleibt Coop, der mit der Knospe 1,119 Mrd Fr. Umsatz machte (+7,2%), Migros wuchs mit 9,9% aber schneller.

In der Krise steckt weiter der Bio-Fachhandel, der nur um etwas mehr als ein Prozent auf 275 Mio Fr. zulegen konnte. Die grössten Umsatzsteigerungen holten die Warenhäuser und übrige Verkaufskanäle mit 20,4% auf allerdings noch bescheidene 89 Mio Fr., während die Direktvermarktung um gut 9% auf 144 Mio Fr. anwuchs.

Im Einkaufskorb der Konsumenten landen wie bis anhin deutlich mehr Frischprodukte (1,3 Mrd Fr.) als verpackte Konsumgüter (723,6 Mio Fr.), den höchsten Anteil Bio verkauft man in den diversen Kanälen weiter bei den Eiern (26,6% aller verkauften Eier), beim Gemüse (23,1%) und beim Frischbrot (22,1%), Frischfleisch und Käse verharren dagegen mit 5,6 bzw 6,7% weiter relativ weit hinten in der Rangliste. Das grösste Wachstum gab es allerdings bei den Convenienceprodukten.

"AP-Stopp können wir nicht nachvollziehen"

Neben der Präsentation der guten Zahlen blieb auch Platz für ein paar politische Seitenhiebe. Präsident Urs Brändli erklärte, die Gesamtschau des Bundesrats sei von den den Themenschwerpunkten und der Art der Kommunikaktion her keine Glanzleistung gewesen. Für eine Verschiebung der AP 22+ im Nachgang, wie vom Schweizer Bauernverband (SBV) angedacht, hat er aber kein Verständnis: "Weshalb aber die Weiterentwicklung der Agrarpolitik gestoppt werden soll, nachdem zwei Jahre lang in verschiedensten Kommissionen und Organisationen wertvolle Vorarbeit geleistet worden ist, das können wir nicht nachvollziehen", so Brändli.

akr