Die Befragung wurde am 26. Januar von den EU-Ausschüssen der Bauernverbände (COPA) und ländlichen Genossenschaften (COGECA) vorgestellt worden. Die Gründe für die Zukunftsangst der befragten Landwirte liegen laut COPA/COGECA vor allem in den globalen Markt- und Handelsentwicklungen.
Etwas positiver als im Vorjahr
COPA/COGECA-Generalsekretär Pekka Pesonen erklärte, dass nach wie vor viele Landwirte mit Sorgen in die Zukunft blickten. Allerdings seien die Landwirte in sieben von zehn Mitgliedstaaten, in denen die Umfrage durchgeführt worden sei, im Hinblick auf ihre Wirtschaftslage positiver als ein Jahr zuvor eingestellt gewesen. Dies habe vor allem an den höheren Preisen für Rohmilch gelegen, erläuterte Pesonen.
Brexit bereitet Kopfzerbrechen
Verstärkt würden die Sorgen laut der Umfrage durch den anstehenden Brexit, da dieser die Unsicherheiten im Hinblick auf die globalen Agrarmärkte und den Handel verstärke, berichteten COPA und COGECA. Die Landwirte erwarteten negative wirtschaftliche Folgen durch den EU-Austritt des Vereinigten Königreichs; dieser werde die Nachfrage sinken lassen und damit letztendlich für Druck auf die Erzeugerpreise sorgen.
Die Dachverbände wiesen in dem Zusammenhang darauf hin, dass die irischen Exporte ins Vereinigte Königreich im Jahr 2016 aufgrund des Brexit-bedingt schwächeren Pfunds um 570 Mio Euro gesunken seien. Die britischen Landwirte sähen sich durch den Brexit grossen Unsicherheiten gegenüber. Dies wirke sich gravierend auf die Lebensgrundlage der dortigen Landwirte aus, so COPA und COGECA.
Bürokratische Agrarpolitk
Laut Pesonen haben viele Landwirte zudem nach wie vor Schwierigkeiten mit der Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) und der damit einhergehenden Bürokratie. Die schwierigen Witterungsbedingungen, unter denen vor allem der Acker- und Weinbau 2017 zum Teil stark gelitten hätten, seien ebenfalls ein Grund zur Sorge, erklärte der Finne.
Die Grundlage für die Erhebung bilden nationale Befragungen von insgesamt mehr als 8000 Landwirten. Zu den Mitgliedstaaten, die an der Umfrage teilnahmen, gehörten unter anderem Deutschland, Frankreich, Polen, Rumänien und das Vereinigte Königreich.
AgE