«Traue nie einer Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast», heisst es im Volksmund. Gerade politische Parteien beherrschen den Umgang mit Statistiken und deren – hin und wieder – irreführenden Einsatz meisterhaft. Sie stützen sich dabei aber auf zuverlässige und solide Quellen; seien es Daten von Bund und Kantonen, oder von internationalen Institutionen wie der EU-Komission oder der Weltlandwirtschaftsorganisation FAO.

Und auch die Landwirtschaft in der Schweiz wird von vielen Zahlen und Statistiken begleitet, die von überall her kommen. Damit Sie den Überblick nicht verlieren, haben wir für Sie hier zehn der wichtigsten Statistikdatenbanken für die Landwirtschaft gesammelt. Damit Sie immer genau wissen, wo Sie für die nächste Diskussion noch Fakten finden.

Statistiken für die Schweizer Landwirtschaft: Der Agrarbericht

Der Agrarbericht vom Bundesamt für Landwirtschaft fasst jährlich alle wesentlichen Zahlen zur Schweizer Landwirtschaft zusammen; von der Anzahl Betriebe über die landwirtschaftliche Nutzfläche und die Wertschöpfungskette nach Sektor; im Agrarbericht ist praktisch alles zu finden.

Statistiken für die Schweizer Landwirtschaft II: Agristat

Agristat ist die Statistikdatenbank vom Schweizer Bauernverband. Wer aktuelle Marktzahlen - seien es Import- oder Exportmengen, Preise oder Produktionsmengen - sucht, ist dort genau richtig. Genau, praktisch und zuverlässig werden die landwirtschaftlichen Zahlen aufbereitet und monatlich verbreitet.

Statistiken über die Schweiz: Das Bundesamt für Statistik

Auch die Eidgenossenschaft führt Statistiken; von der Geburtenrate bis zur Sterberate wird dabei praktisch alles erfasst, was mehr oder weniger interessant ist: Der Gesundheitszustand, der Landesindex der Konsumentenpreise, die Scheidungsrate und die Feinstaubkonzentration, bis hin zu den Unfällen im Schienenverkehr. Es gibt für (fast) alles eine Statistik beim Bundesamt für Statistik.

Handelsströme finden: Swiss-Impex

Neben den bekannten Quellen gibt es noch solche, die nicht so bekannt, aber nicht minder interessant sind. Das Portal Swiss-Impex der Eidgenössischen Zollverwaltung ist so ein Beispiel. Die Plattform der Zolldirektion gibt Auskunft über den Aussenhandel der Schweiz. Und das ziemlich genau. Wer wissen will, wie viel Rindfleisch zu welchem Preis aus Argentinien 2017 importiert wurde, wird auf Swiss-Impex fündig. Wer wissen will, wie viel Pferde 2016 nach Deutschland verkauft wurde, wird ebenfalls bei Swiss-Impex fündig. Einziger Wermutstropfen: Die Waren werden anhand der Zolltarifnummern kategorisiert. Wer also wissen will, wie viel Gruyère AOP nach Frankreich exportiert wurde, muss bei der Sortenorganisation nachfragen.

Handelsströme verstehen: Tares und Taric

Die Schweiz kennt mehrere tausend Zolltarifnummern; für lebende Tiere, für Pflanzen, für Nahrungsmittel, mineralische Stoffe und ein paar andere Produktkategorien. Das Tarifnummernverzeichnis umfasst beinahe 500 Seiten und ist ziemlich undurchdringlich. Dafür gibt es aber Tares. Die Datenbank wird ebenfalls von der eidgenössischen Zollverwaltung geführt und ist als Hilfsmittel zur «unmittelbaren Anwendung bei der Zollveranlagung bestimmt.» Und Tares kennt auch eine Suchfunktion - die Ordnung im Dickicht schaffen kann. Das Europäische Gegenstück heisst Taric und ist ähnlich umfangreich und ähnlich komplex. Ein kleiner Trost dabei: immerhin folgen beide Systeme bei der Vergabe der Zolltarifnummer demselben Muster. 

Das Ausland kennen: EU-Komission

Die europäische Kommission veröffentlicht zahlreiche statistische Daten - gerade im Bereich der Landwirtschaft. So werden regelmässige Updates für die Fleisch- und Milchmärkte (Produktions-, Preis- und Mengenentwicklung) publiziert. Daneben werden oft Einschätzungen zur Marktentwicklung und zur Wirkung von politischen Massnahmen veröffentlicht. Hin und wieder lohnt sich deshalb der Blick über die Grenzen.

Für ganz grosse Sachen: Faostat

Wem die Betrachtung von Handelszahlen oder lokalen Werten zu fad ist, oder nicht hilft, dem sei die Datenbank der Weltlandwirtschaftsorganisation FAO empfohlen. Faostat heisst das Werkzeug, das globale Produktionsdaten der Landwirtschaft präsentiert. Hier kommt fast alles zusammen, was Bedeutung hat: Preise, Mengen, Menschen. Die Datenbank ist mit den Zahlen meist um zwölf bis 24 Monate hintan, sie geniesst aber gerade für langfristige Betrachtungen einen hervorragenden Ruf.

Für die grossen Sachen II: Weltbank

Ähnlich wie die FAO führt auch die Weltbank ein Statistikportal. Allerdings geht es bei der Weltbank stärker um wirtschaftliche Faktoren: Entwicklung des BIP, Sterblichkeitsraten, Einkommensentwicklung, usw. Alles wird aufbereitet - als Zeitreihe oder als Factsheet pro Land.

Für die grossen Sachen III: WTO

Im internationalen Handel gibt es viele Stimmen; aber es gibt nur einen Dirigent. Und das ist die Welthandelsorganisation WTO. Diese publiziert regelmässig sogenannte «Trade Policy Reviews», kurz TPR’s, und führt selbst ein Statistikportal. Die Statistiker in Genf interessieren sich dabei vor allem für handelsbeschränkende Massnahmen und deren Wirkung. Und sie führen Buch darüber, wie sich die Zahl der Freihandelsverträge entwickelt.

Für den grossen Blick: USDA-FAS

Der Foreign Agricultural Service der US-Amerikanischen Landwirtschaftsbehörde USDA präsentiert regelmässig Zahlen zu den Entwicklungen in der Landwirtschaft; und zwar nicht nur in den USA sondern Weltweit. Der FAS gehört insbesondere in Märkten mit starkem internationalem Bezug (Soja, Schweinefleisch (nicht für die Schweiz), Rindfleisch (auch nicht für die Schweiz), sowie Milchprodukte) zu der Pflichtlektüre aller Entscheidungsträger.

Bonus: Gapminder - Statistiken können auch spannend sein

Statistiken sind trocken. Aber wer bis hierhin durchgehalten hat, dem winkt noch ein kleiner Bonus. Wenn es nämlich um die Präsentation von Statistiken geht, fällt immer wieder ein Name: Hans Rosling. Der schwedische Professor für Internationale Gesundheit gründete die Gapminder-Stiftung in Stockholm. Und Gapminder ist für angehende Statistiker, was für Sie (hoffentlich) die BauernZeitung ist. Ein Werkzeug, das die Welt besser verständlich macht. Und Rosling selbst beherrschte die Kunst, die Welt erklärbar zu machen, meisterhaft.

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hja