Wenn Huguette Schwager in ihr Tipi sitzt, und eine Geschichte anfängt zu erzählen, dann zieht sie alle Blicke auf sich. Lebendig und mit Gesten, bis hin zu theaterhaften mitspielen, zieht sie die Zuhörer in ihren Bann. Dabei bleibt sie aber ihrer Person treu. Sie erzählt nicht mit übertriebener Betonung, verkleidet sich nicht, sondern tritt auf als Bäuerin, die das Tor zur Märchenwelt öffnet. Ihre Märchen haben immer einen Bezug zur Landwirtschaft, Pflanzen, Bäumen, Getreide. Denn Huguette Schwager ist Bäuerin. Auf dem Hof in Aadorf (TG), den sie zusammen mit ihrem Mann bewirtschaftet, wird Aufzucht, Schweinemast, und Ackerbau betrieben, dazu hält sie Hühner und Ziegen.
100 Märchen im Repertoire
Wenn Huguette Schwager das Märchen vom Weizen erzählt, bäckt sie mit den Workshop-Teilnehmern Brot. Beim Kräutermärchen «Rosmarina» macht sie Kräutersalz. Die Themenfelder Märchen und Bauernhof ergänzen sich hervorragend. Huguette Schwager kennt Märchen aus aller Welt. Bosnische, koreanische, oder Indianermärchen sind darunter. «Ich habe ein Repertoire von mehr als 100 Märchen» sagt sie.
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Erlebnispädagogik
Das Angebot umfasst aber nie nur das reine Zuhören von Märchen. Die Märlihof-Leiterin bietet Erlebnisse für alle Sinne. Der Weg vom Weizensamen bis zum Brot schaut sie mit den Kindern an. Die Tiere werden besucht und erklärt. «Ich versuche Berührungsängste mit unseren Ziegen und Schweinen abzubauen bei den kleinen Besuchern. Zwischen den Aktivitäten wird der Bauernhof besichtigt und frei gespielt. «Wir haben bewusst keinen Spielplatz eingerichtet. Der Heustock, die Tiere und die Traktoren sind Attraktion genug.» Und ihre Erfahrung zeigt: Jedes Kind findet etwas auf dem Bauernhof, mit dem es sich gerne beschäftigt.
Nadine Baumgartner
Einen ausführlichen Artikel zum Märlihof lesen Sie in der Printausgabe der BauernZeitung Ostschweiz vom 30. Juni.