K wie Kriechstrom
Kühe, die nicht in den Melkstand wollen, schlechtere Milchleistungen und verändertes Fressverhalten: Das sind die Auswirkungen von Kriechstrom in Ställen und hauptsächlich Melkanlagen. Nachdem das Phänomen zunächst eher als Hirngespinst der betroffenen Produzenten galt, ist nun Handeln angesagt: Eine Arbeitsgruppe des SBV ist gegründet und beim Bauen wird vermehrt auf das Thema geachtet, zum Beispiel mit armierungsfreiem Beton.
L wie Landwirtin
Die Landwirtschaft wird weiblicher. «Frauen sind auf dem Vormarsch», lautete der entsprechende Titel in der BauernZeitung. Die Zahl der Betriebe mit Leiterinnen hat seit dem Jahr 2000 von 3,3 auf 5,7 Prozent zugenommen. 2016 wurden nicht weniger als 2982 Höfe von Frauen geführt. «Eventuell kommen Frauen einfach besser klar mit dem Strukturwandel», schrieb die Autorin auf der Suche nach den Gründen. «Statt Hektaren zu scheffeln, setzen sie auf Wertschöpfung mit eigenen Produkten und Diversifizierung und sind so erfolgreich». Sollte dem so sein, kann man ihr nur recht geben, wenn sie fordert, dass es mehr Betriebsleiterinnen braucht. Männlich geprägt bleibt hingegen das Milchgeschäft. Die einzige weibliche Geschäftsführerin einer Handelsorganisation, Rebecca Scheidegger von der VMMO warf im Mai nach nur einem Jahr das Handtuch. Auch im anhaltenden Streit um Lactofama-Beiträge dominiert männliches Konfliktbewältigungsverhalten: Man schleppt sich gegenseitig vor Bundesgericht, statt die Sache bei einem Bier oder einem Käfeli zu Boden zu reden und sich anschliessend die Hand zu reichen.
M wie Migros
Auch der zweite Grossverteiler konnte uns heuer nur mässig erfreuen. Wegen einer verunglückten SMS-Aktion für einen Milchboykott von ein paar wenigen Produzenten verliess man beleidigt die Branchenorganisation Milch (BOM). Es sah eher danach aus, als ob man nur auf die passende Gelegenheit gewartet hätte, um sich hier den Hut zu nehmen. Verunglückt ist auch der Abschied von Generaldirektions-Präsident Herbert Bolliger. Schon öfter ist er mit abschätzigen Bemerkungen über die Branche negativ aufgefallen. Er tönte immer, als könnte er die Milch bei Bedarf jederzeit selber produzieren. Zum Schluss schmiss er im «Blick» noch etwas Dreck gegen Bio. Wahrscheinlich hat es Bolliger immer noch nicht ganz verwunden, dass seine Firma den Trend lange verschlafen hat.
N wie Nationalfeiertag
Der Brunch am 1. August feierte diesen Sommer das 25-jährige Jubiläum. Tausende strömten bei bestem Sommerwetter auf die Betriebe, um sich wieder einmal mit einem rechten Frühstück zu stärken, darunter viele Prominente. Der Anlass bot auch das ideale Umfeld für etwas Abstimmungskampf im Hinblick auf den 24. September. Die Einkommen vermag das gemütliche Zusammensein bei Züpfe und Spiegelei allerdings nicht aufzubessern. Wie wir berichteten, ist mit dem Brunch kaum Geld zu verdienen, und die Kosten bleiben nur mit Fronarbeit der Helfer im Griff.
O wie Obst
Die Nacht auf den 21. April wird manch einem Obstproduzenten noch schmerzhaft in den Knochen sitzen (und in der Buchhaltung ebensolche Spuren hinterlassen haben). Das schwerste Spätfrostereignis seit 1991 bescherte den Produzenten grosse Ernteverluste, vor allem bei Aprikosen und Kernobst, wobei die regionalen Unterschiede gross waren. Glücklicherweise kann der Fonds Suisse einen Teil der Kosten übernehmen.
akr