P wie Profi
Im 153. Jahr ihres Bestehens hat unser Schwesterblatt, das Fachmagazin die grüne einen neuen Chefredaktor (Jürg Vollmer), einen neuen Erscheinungsrhythmus (monatlich) und eine umfassende Layout-Erneuerung (mit vielen tollen Bildern und mehr) erhalten. Das Resultat ist hochattraktiv und wir können Ihnen unsere grüne Verwandte als Ergänzung zur BauernZeitung wärmstens empfehlen. Probeabos gibt es unter der Telefonnummer 031 958 33 37.
Q wie Quitte
Die harte gelbe Frucht hat einen harten Kern von Anhängern, aber so richtig explodieren will die Beliebtheit nicht. Klar, Quittengelee gehört auf einen rechten Zmorgentisch und die Pästli haben eine wahre Fangemeinde. Trotzdem fristet sie gegenüber massentauglichen Dauerbrennern wie Apfel und Banane oder Newcomern wie Kaki eher ein Schattendasein. Allerdings hat die Quitte der Konkurrenz nun etwas voraus: Auf der neuen Platte der Berner Band Züri West ist nach ihr ein Song benannt. Ob dieser jedoch das Image der Frucht zu verbessern mag, ist fraglich, dient sie doch als Illustration für alternde Gesichter.
Den Songtext finden Sie hier.
R wie RAUS
Das bewährte Bundesprogramm für regelmässigen Auslauf ins Freie ist nach wie vor attraktiv. 2016 lag die Beteiligung zwischen 37 Prozent (Geflügel) und über 80 Prozent (Rindvieh). Ähnlich hoch sind die Anteile bei besonders tierfreundlicher Stallhaltung (BTS), wobei hier die Geflügelhalter die Nase vorne haben. Die Unter- stützung dieser tierfreundlichen Haltungsformen durch den Bund wollen sich nun auch die Milchverarbeiter vermehrt zu Nutzen machen. Die Bemühungen von Emmi, bis 2020 von allen Direktlieferanten BTS oder RAUS zu verlangen, liegen aber auf Eis. Grund: Die Bauern wollen berechtigterweise entschädigt werden für die Mehrleistung, und Emmi weiss noch nicht, was sie dafür locker machen kann. Neu schmiedet jetzt auch die Elsa ähnliche Pläne.
S wie Schreddern
Der Begriff hat im Spätherbst unerwartet Karriere gemacht, als ihn der SBV verwendete, um dem Bundesrat nach der unglücklichen Präsentation seiner Gesamtschau die Ohren zu waschen. Er solle das Papier mit dem Schredder in die ewigen Jagdgründe befördern, empfahl der Verband der Regierung. Der Agrarminister wollte dies nicht auf sich sitzen lassen und schoss zurück. Er zeigte sich betroffen, dass man die Arbeit verdienter Experten, abgesegnet vom Gesamtbundesrat, derart hart zu kritisieren getraue. Ehrlich gesagt hätten wir von unserem Magistraten etwas mehr Robustheit erwartet. Wer Wind sät im Agrardossier, der muss mit Sturm rechnen. Seien wir froh, dass die Schweiz kein totalitäres Regime ist, in der Türkei sässe die Spitze des Bauernverbands nach einem derart kecken Communiqué nun wohl für längere Zeit hinter schwedischen Gardinen.
T wie Trinkwasserinitiative
Das Volksbegehren der branchenfremden Franziska Herren hat die Landwirtschaft etwas kalt erwischt. Es verlangt, dass Direktzahlungen nur noch erhält, wer auf Pflanzenschutzmittel (auch biologische) und regelmässigen Antibiotikaeinsatz verzichtet sowie die Tiere mit der hofeigenen Futterbasis zu ernähren vermag. Die Unterschriften sind beisammen und an der Entschiedenheit der Initiantin sollte man besser nicht zweifeln, hat sie doch mit einer Initiative praktisch im Alleingang die bevorstehende frühere Stilllegung des Atomkraftwerks Mühleberg bewirkt.
Oder T wie Türenaffäre
Für viel Aufsehen sorgte auch die sogenannte Türenaffäre bei Swissherdbook. Es war erstaunlich zu sehen, dass das Öffnen einer Türe im falschen Moment einen derart grossen Verband über Monate in Atem halten konnte. Das Ganze endete mit einer Desavouierung des Vorstands durch die Mehrheit der Delegierten. Die schuldige Türe ist dem Vernehmen nach weiterhin auf freiem Fuss.
akr