U wie Urlaub

Wer heute nicht fünf Wochen Ferien pro Jahr vorweisen kann, gilt in der übrigen Wirtschaft schon fast als unterdrückt. Die Bauern sind aber immer noch mit deutlich weniger zufrieden. Zwar hat das Ferienvolumen in den letzten 20 Jahren um nicht weniger als 20 Prozent zugelegt. Mit den aktuellen 1,8 Wochen pro Jahr liegt man aber immer noch deutlich unter den Erholungstagen vergleichbarer Selbständigerwerbender, so konnte etwas das Baugewerbe in derselben Zeitphase um eine auf vier Wochen ausbauen. Zwar ist Landwirt der schönste Beruf auf der Welt, trotzdem ist es für die Zukunft wichtig, hier etwas aus- zubauen, sonst leidet die Attraktivität der Branche.

V wie Verjüngung

56 Prozent der Betriebsleiter sind über 50-jährig. Derweil nimmt die Zahl der mittelalterlichen Kollegen ab. Als Lichtblick werten die Statistiker die Tatsache, dass die Zahl bei den unter 35-Jährigen stagniert. Das zweite grosse Problem ist die fehlende Nachfolgeregelung auf vielen Betrieben. Nur 44 Prozent der über 50-Jährigen sind diesbezüglich optimistisch. Für die übrigen 56 Prozent ist die Chance, dass eine Regelung gefunden kann, gering oder ungewiss.

W wie Wolf

Für Journalisten ist er sicher eines der attraktivsten Wildtiere. Kaum einer lässt die Clickzahlen und die Emotionen derart hochschnellen, auch wenn man bloss seinen Namen erwähnt. Die neuesten Gerüchte, untermauert mit Untersuchungen von Privaten gehen dahin, dass sich Hybride, also mit Hunden gekreuzte Wölfe, im Land aufhalten sollen. Die Behörden wollen allerdings nichts wissen von dieser Theorie. Die Frage ist brisant, weil Mischlinge im Gegensatz zum Original abgeschossen werden dürfen. An der Verzweiflung gewisser Schafhalter ändert diese Diskussion wenig. Wie man in der Branche hört, verzichten sie oft auf die Meldung von Rissen, da sie sich von Wildfreunden und Forschern nicht aufzählen lassen wollen, was sie alles falsch gemacht haben.

X wie Xabia

Man staunt: Das das Verzeichnis von Swissgenetics führt nicht weniger als 137 Kuhnamen mit Anfangsbuchstaben X, wovon Xabia der erste und Xyva der letzte ist. Vermutlich dürften allerdings nicht mehr alle in Gebrauch sein, denn die Zahl der Milchkühe hat weiter abgenommen. Sie lag im vergangenen Oktober bei 566 000 und damit auf dem tiefsten Stand seit Ende der 1980er-Jahre. 2011 standen noch über 601 000 Tiere in den Ställen. Begründet wird diese Abnahme mit den mageren Milchpreisen – sie waren zwar heuer wieder etwas besser – und der Produktivitätssteigerung: Die Milchmenge hat ungeachtet der tieferen Kuhzahlen leicht zugelegt.

Y wie Youtube

Der Online-Video-Kanal erfreut sich wachsender Beliebtheit, auch in der Landwirtschaft. Hier und auf den anderen Social-Media-Kanälen bietet sich die einfache Gelegenheit, kostenarm PR für den eigenen Betrieb zu machen. Für die Produktion braucht man nicht allzu viel Zeit aufwenden. Der Erfolg eines Filmchens hängt nämlich nicht vom perfekten Schnitt, sondern viel eher vom Inhalt ab. Quotenrenner sind immer Maschinen (je grösser, desto besser) und Tiere (sichere Werte sind der erste Weidegang oder das Rumtoben im Schnee). Die Kostenfrage stellt sich dann allerdings sofort wieder angesichts der Stunden, die verbraten werden, um die ganzen Filme zu schauen. 

Hier geht es zu den Videos der BauernZeitung.

Z wie Zuckerrüben

Die Ackerfrucht bleibt ein Sorgenkind, wie Sie auch dem Artikel ein paar Seiten weiter vorne entnehmen können. Immerhin scheint man bei der Schweizer Zucker AG den Ernst der Lage erkannt zu haben. Wichtigste Erkenntnis: Wenn hierzulande die Anbaubereitschaft weiter schwindet, braucht es auch 

keine Verarbeitungsindustrie mehr. Allein dieses Jahr wurden 90 00 Tonnen eingeführt, also nicht weniger als etwa 70 00 Kubikmeter Wasser, auch aus Norddeutschland. Als Schritt zur Kostensenkung hat die Zuckerbranche unter anderem beim Transport einschneidende Massnahmen ergriffen. Prominente Leidtragende sind die SBB, wie die BauernZeitung berichtete. Im Ausschreibungsverfahren für den Rübentransport unterlag sie gegen zwei private Konkurrenten.

akr