Direktzahlungen soll es für Landwirte nur noch geben, wenn sie
- Pestizidfrei produzieren,
- Nicht mehr Tiere halten, als sie mit ihrem Betrieb selbst ernähren können,
- Antibiotika nicht prophylaktisch einsetzen.
Das fordert die vor fünf Monaten lancierte Volksinitiative "Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung". Man sei auf der Zielgeraden, melden die Initianten. Man habe bereits 70'000 Unterschriften gesammelt. Mit der Initiative, die unter anderem von Greenpeace unterstützt wird, soll eine nachhaltige Landwirtschaft gefördert werden, heisst es in einer Mitteilung.
Die Initianten beklagen hohe Futtermittelimporte, eine zunehmend bodenunabhängige Tierproduktion, die nicht ohne präventiven Antibiotikaeinsatz auskomme sowie den hohen Pestizideinsatz. Kaum ein anderes Land versprühe in der Landwirtschaft so viele Pestizide wie die Schweiz, betonten die Initianten. Der übermässige Pestizideinsatz schädige Wasserlebewesen, Insekten und die Bodenfauna. Die Gifte und ihre unzähligen Abbauprodukte würden im Boden, in den Gewässern, im Trinkwasser und in unseren Lebensmitteln landen. Die Initianten loben, dass Bio- und IP-Bauernbetriebe zeigen, dass es auch anders gehe.
Es ist wahrscheinlich, dass die Initiative zu Stande kommt, da innerhalb von nur fünf Monaten über 70’000 Unterschriften gesammelt werden konnten. Eine Leserumfrage vom Tagesanzeiger ergibt einen hohen Zuspruch für das Vorhaben. Der Schweizer Bauernverband zählt in einer provisorische Stellungnahme (siehe unten) die Gegenargumente auf.
Eine weitere Volksinitiative, "Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide", ist im Welschland schon auf 20'000 Unterschriften gekommen. Das Potential für die ganze Schweiz ist also da, sagt Marc Wilmes vom Initiativ-Komitee. Für eine Zusammenarbeit mit der Trinkwasser-Initiative bestehe jedoch keine Möglichkeit. Sie wollen die Bauern nicht bedrohen, sondern viel eher mit ihnen, dem Bauernverband und der Agrarforschung für die Vision Bioland Schweiz zusammenarbeiten. Wilmes ist auch der Meinung, es sei zum Vorteil der Bauern, das Pestizidthema proaktiv anzugehen, denn insbesondere die junge Schweizer Bevölkerung ist stark daran interessiert.
lid/BauZ