1. Keine chemische Vernichtung des Kartoffelkrauts bei Temperaturen über 25°C.
Viele Kartoffeln haben die Kaliber erreicht, doch für eine Krautvernichtung bei dieser Hitze und Trockenheit ist Vorsicht geboten. Bei Temperaturen über 25°C sollte keine chemische Krautvernichtung durchgeführt werden, denn zu gross ist das Risiko für Gefässbündelverbräunungen.
In Regionen, in denen die Situation durch einzelne Gewitter etwas entschärft ist, sollte die Krautvernichtung morgens nach dem Tau mit reduzierter Aufwandmenge und gesplittet erfolgen.
2. Blacken im Grünland mit Heisswasser oder Blackenzwirbel bekämpfen.
Chemische Behandlungen sind zu verschieben: Da der Stoffwechsel aufgrund der Trockenheit reduziert ist, wird der Wirkstoff nur ungenügend in der Pflanze verteilt. Alternative Verfahren wie Blackenzwirbel oder Heisswasser sind bei den aktuell extremen Wetterbedingungen erfolgreich, um grosse Blacken zu bekämpfen.
3. Quecken freilegen und austrocknen lassen.
Eine chemische Bekämpfung der Quecke (Schnürgras) auf Stoppelfeldern empfiehlt sich bei Trockenheit nicht, da die Wirkung, wie bei der Blacke aufgrund des eingeschränkten Stoffwechsels und Wachstums ungenügend ist. Erfolgreicher ist aktuell das Freilegen der Wurzelausläufer mit einer flachen Bodenbearbeitung, damit die Wurzeln austrocknen und verdorren.
Martina Jenzer, Bildungszentrum Wallierhof