An der letzten Sitzung der Landwirtschaftskammer (Laka) in Bern stand manch ein Traktandum auf dem Programm, aber fast am meisten Gesprächsstoff lieferte ein Thema, das gar nicht auf der Liste stand: Die Umnutzung landwirtschaftlicher Bauten ausserhalb der Bauzone in Wohnraum. Der Ständerat hat kürzlich eine entsprechende Motion mit klarem Mehr überwiesen. Hintergrund des Vorstosses sind Standesinitiativen der Kantone Graubünden und Wallis. Die Landwirtschaft scheint gespalten, davon zeugte jedenfalls die Konsultativabstimmung in der Laka: 31 Ja, 37 Nein, 3 Enthaltungen.

Geld oder Glocken

Während die einen davor absehen wollen, weitere empfindsame Städter auf dem Land anzusiedeln, sind andere davon überzeugt, dass es ohnehin zu spät sei für Kuhglocken und Mistführen am Samstag, deshalb könne man die Gebäude gerade so gut neu nutzen. Viel diskutiert wurde auch über das Finanzielle. Während die einen nichts dagegen hatten, den Wertgewinn aus den umgenutzten Liegenschaften einzustreichen, warnten andere davor, dass diese Mehrwerte mehrheitlich nicht an Bauern, sondern an andere Profiteure gehen dürften.

akr