Die Moosalp gehört zur Burgergemeinde Törbel VS und ist im Sommer Heimat von 140 Eringer- und Milchkühen. Eine Kuh namens Scarlette, die Sepp Karlen, einem Törbjer Eringerhalter, gehört, wurde letzten Sonntag auf der Alp brünstig. Infolgedessen entschloss sich die Hirtschaft, das Tier mit zwei Halftern an einen Baum zu binden – in unmittelbarer Nähe zu den anderen Eringerkühen. Wie der «Walliser Bote» berichtete, wurde Scarlette am Sonntagabend, als die restlichen Tiere zurück in die Stallungen zurückgeführt wurden, tot aufgefunden. Indizien wie ein zerrissenes Halfter und Abwehrspuren rund um den Baum wiesen auf Befreiungsversuche hin. Den Stress und die Panik, die das Tier dabei erlitt, führten zu Erschöpfungszuständen und endeten schliesslich mit einem Herzstillstand. Derartige Dinge dürften nicht passieren, erklärte Scarlettes Besitzer Karlen gegenüber dem «Walliser Boten». «Den Hirten sollte klar sein, dass eine stierige Kuh fernab der Herde in den Stall gehört.»

Alpchefin äussert Bedauern

Die vier Kuhhirten, die am Sonntag auf der Moosalp war, seien selbst tief betroffen über die jüngsten Ereignisse, sagte Alpchefin Margot Lorenz gegenüber dem «Walliser Boten». Scarlette konnte erst nach einigen erfolglosen Versuchen eingefangen werden, in den Stall zurückbringen liess sie sich aber nicht - auch nicht mit Hilfe einer weiteren Eringerkuh, so Lorenz weiter. Im Umgang mit der brünstigen Kuh sei es in erster Linie um die Sicherheit der anwesenden Personen gegangen, deshalb wurde sie schliesslich an einem Baum angebunden, wo sie, wie die Alpchefin gegenüber dem «Walliser Boten» meint, jede halbe Stunde kontrolliert wurde. «Die Hirten haben sich um die Kuh gekümmert.» Wie die Zeitung berichtet, widerspricht Lorenz der Aussage von Sepp Karlen, die Scarlette sei an einem Herzstillstand gestorben. Eine Lungenblutung sei für ihren Tod verantwortlich, so die Alpchefin. Zudem sei bei der Kuh ein chronisches Herzleiden entdeckt worden. 

Den Verlust von Scarlette bezeichnet Karlen laut «Walliser Boten» als «herben Rückschlag für seine Eringerzucht»

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