"Die Politik der Bundesregierung hat in den letzten vier Jahren zu noch mehr Konzernmacht, Landkonzentration und Tierfabriken geführt", schreibt das Netzwerk "Wir haben es satt!" auf seiner Webseite. Mit den nun beendeten sogenannten Aktionstagen wollte der Zusammenschluss aus Biolandbau-, Kleinbauern- und Umweltorganisationen kurz vor den Bundestagswahlen vom 24. September noch einmal die Aufmerksamkeit auf seine Ziele lenken.
Symbolischer Protest
Immer mehr Menschen wollten wirklichen Tierschutz, bäuerliche Betriebe, ökologischen Landbau, globale Solidarität und ein klares Nein zu Gentechnik und Patenten auf Leben. "Weil sich die Politik ändern muss, legen wir kurz vor der Bundestagswahl an drei agrarpolitischen Brennpunkten den Finger in die Wunden der Agrarindustrie", heisst es auf der Webseite. Die nächste Regierung müsse die Agrar- und Ernährungswende offensiv angehen.
Symbolisch protestierte man deshalb am Samstag gegen den Ausbau des Wiesenhof-Schlachthofs in Königs Wusterhausen bei Berlin, wo der Poulet-Verarbeiter die Kapazität auf täglich 24'000 Stück erhöhen will. Der "Mega-Schlachthof" stehe stellvertretend für die verfehlte Agrarpolitik der letzten Jahre, schreibt das Bündnis.
An den Tagen zuvor hatte man auf der Tour quer durch Deutschland in Thüringen gegen "Landgrabbing" (etwa: Zusammenraffen von Land durch Grossinvestoren) und in Leverkusen bei Bayer gegen Gentech-Saatgut demonstriert.
"Wir haben es satt" kontra "Wir machen Euch satt"
"Wir haben es satt" war bisher jeweils einmal jährlich im Januar gross in den Schlagzeilen, wenn das Bündnis jeweils die Demonstration anlässlich der "Grünen Woche" in Berlin organisierte. In den letzten Jahren ist aus bäuerlichen Kreisen eine Gegenbewegung namens "Wir machen euch satt" entstanden, die ebenfalls mit Demonstrationen auf die gute Arbeit der konventionellen Landwirtschaft aufmerksam zu machen versuchte.
akr