In Bern steht ein Bauer vor Gericht, der letztes Jahr durch Sprühen des Pflanzenschutzmittels Actara fahrlässig ein lokales Bienensterben verursacht hat. Gemäss der «Berner Zeitung» wollte der Mann seine Bäume auf diese Weise vor der Sägewespe schützen. Diese legen ihre Eier in Blüten von Apfelbäumen ab. Später fressen die Raupen die jungen Äpfel von innen aus - folglich sterben die Früchte ab. Der Bauer wollte dies mit Actara verhindern.

Problematisch ist nicht das Sprühmittel selbst, sondern der Zeitpunkt - der Einsatz ist verboten, solange die Apfelbäume blühen, da Bienen Nektar suchen. Folglich verursachte der Bauer mit seiner Handlung ein lokales Bienensterben. Wie die «Berner Zeitung» berichtet, verloren lokale Imker bis zu 50 Prozent ihrer Völker.

Dem Mann wurde deshalb von der Staatsanwalt eine Strafe wegen fahrlässiger Widerhandlung gegen das Umweltgesetz sowie einen Eintrag ins Strafregister auferlegt. Mehrere Umstände sorgten gemäss dem Angeklagten für das Bienensterben. Der nicht prognostizierte Regen, der das Pflanzenschutzmittel nicht trocknen liess, die ungewöhnlich lange Blütezeit sowie die Angst vor Ernteverlusten durch die Sägewespe. «Ich hätte die gesamte Ernte verloren. Es ist einfach so.»

Gemäss der «Berner Zeitung» gab der Angeklagte zu, dass ihm ein Fehler unterlaufen sei und drückte mehrfach sein Bedauern aus. Den Geschädigten zahlte er bereits im Vorfeld der Gerichtsverhandlung knapp 20'000 Franken als Wiedergutmachung. Zudem will er zukünftig die lokalen Bienenzüchter vor dem Sprühen per SMS warnen, damit diese die Bienenvölker drinnen behalten.

Da der 48-jährige Bauer Wiedergutmachung geleistet hatte, sah das Gericht in seinem Urteil von einer Strafe ab. Was dennoch bleibt, sind Verfahrenskosten von 1600 Franken. «So etwas darf nie mehr passieren», meint der Obstbauer gegenüber der «Berner Zeitung» abschliessend.

lae