In "The Full Monty" strippten schon vor knapp 20 Jahren arbeitslose Stahlarbeiter aus Grossbritannien. Leicht angegraute Hausfrauen zogen sich in "Kalender Girls" für einen guten Zweck aus. Mit "Normandie nue" kommt nun eine weitere Variante des Komödienstoffs ins Kino.

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Hauptdarsteller darin ist François Cluzet. Der 62-Jährige ist seit seiner Rolle in der Tragikomödie "Intouchables" auch in der Schweiz bekannt. An der Seite von Omar Sy als unkonventionellem Pfleger spielte Cluzet in dem Kinohit den gelähmten Philippe.

Schauplatz von "Normandie nue" ist ein kleines Örtchen irgendwo in der Normandie. Die Bauern dort schuften hart. Für Milch und Fleisch bekommen sie aber immer weniger Geld. Viele Landwirte sehen sich in ihrer Existenz bedroht. Der in Frankreich auch in der Realität mit Strassenblockaden und anderen Aktionen ausgetragene Kampf der Landwirte steht am Anfang des Films.

Im Stau zwischen aufgebrachten protestierenden Bauern und Kühen steht auch der amerikanische Starfotograf Blake Newman (Toby Jones, "Atomic Blonde"). Er sucht einen Ort, wo er eines seiner berühmten Fotos voller nackter Menschen in der Landschaft machen kann.

Als er schon aufgeben will, entdeckt er ein ganz gewöhnliches Feld, das ihm für seine Zwecke ideal erscheint. Dort will er die Dorfbewohner nackig zu einem Gesamtkunstwerk aufstellen und für seine Werk-Reihe fotografieren.

Dünn und harmlos

Bürgermeister Georges - hemdsärmelig gespielt von Cluzet - wittert die grosse Chance. Das Fotoprojekt würde sein Dorf auf einen Schlag landesweit bekannt machen. Und die notleidenden Bauern wären sich so endlich der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit sicher. Einziges Problem: Georges muss die Dorfbewohner davon überzeugen, sich für das Foto auszuziehen und öffentlich zu posieren. Kein leichtes Unterfangen, wie man sich denken kann.

Regisseur von "Normandie nue" ist der Pariser Philippe Le Guay, der bereits die leichtfüssigen, charmanten Komödien "Alceste à bicyclette" (2013) und "Les femmes du 6ème étage" (2010) auf die Leinwand gebracht hat. Wie in diesen beiden Filmen sind auch bei "Normandie nue" das grösste Plus die Darsteller.

Sie verkörpern allesamt knorrige, eigenwillige Charaktere - vom widerspenstigen Landwirt bis zum eifersüchtigen Metzger, gespielt teils von "echten" Dorfbewohnern. Dem smarten Cluzet nimmt man seine Rolle als Landbewohner und Bauernanführer allerdings nicht so ganz ab.

Überhaupt ist die Story etwas dünn und vorhersehbar. Dass in Komödien auch lustvoll mit Klischees gespielt wird, gehört natürlich dazu. In "Normandie nue" sind es die sturen Bauern mit ihren oft altmodischen Ansichten oder der zugezogene Städter, der von der schönen Natur schwärmt und doch gegen jedes dort wachsende Kraut höchst allergisch ist.

Ein bisschen mehr Tiefe hätten die Charaktere jenseits der Stereotype schon verdient. So bleibt "Normandie nue" ein lustiges, allerdings etwas harmloses Kinovergnügen.

sda