In Basel fand die 12. internationale Konferenz für Bio-Pflanzenschutz statt. Am der grössten internationalen Anlass für biologische Pflanzenschutzmittel  die vom 23. bis 25. Oktober stattfand, nahmen rund 1050 Delegierte und über 500 Firmen aus 52 Ländern sowie Vertreter von EU, OECD und FAO teil. Dies entspricht einem weiteren Besucherrekord seit Gründung der Konferenz vor zwölf Jahren und widerspiegelt die Aufbruchstimmung und das stetige Wachstum der Industrie im biologischen Pflanzenschutz. Das FiBL ist seit Beginn Mitorganisator der Tagung, gemeinsam mit der International Biocontrol Manufacturers Association IBMA.

Biofläche wächst weltweit

So wies Dr. Lucius Tamm vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL in der Eröffnungsrede auf das enorme Wachstum der Biolandwirtschaft weltweit hin: Während 1999 global erst 11 Millionen Hektaren biologisch genutzt wurden, waren es 2015 bereits über 50 Millionen Hektaren, was einer Verfünffachung der Fläche in bloss 16 Jahren entspricht. «Biolandbau hat das stärkste Wachstum in der Landwirtschaft», betonte Tamm. Auch in der konventionellen Landwirtschaft werden biologische Pflanzschutzlösungen zunehmend eingesetzt.

In Vorträgen, an Ständen und im persönlichen Gespräch konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des ABIM über die neuesten Innovationen informieren und die zukünftige Ausrichtung der Branche mitgestalten.

Aus 52 Ländern angereist

Den Hauptnutzen ziehen dabei die kleinen und mittleren Unternehmen der Branche, denen der Anlass als Produktemarktplatz dient. Dieser ist ein Treffpunkt von Anbietern und Abnehmern aus aller Welt. Gerade für kleinere Firmen ist es wichtig, sich international zu vernetzen und mit anderen zusammenzuarbeiten. Dies bestätigt etwa Kartik Laijawala vom kleinen indischen Pflanzenschutzunternehmen Nico Orgo aus Mumbai. «Das Meeting ist wichtig für uns, um uns international zu vernetzen», so der Mitarbeiter der Firma, die auf Produkte mit dem natürlichen Wirkstoff Neem spezialisiert ist. «Wir suchen Geschäftspartner in Europa.»

Auch für den Familienbetrieb ActionPin aus Südwestfrankreich ist die Konferenz eine weltweit einzigartige Plattform, um sich in der Branche auszutauschen. Das KMU arbeitet seit 1948 unter anderem mit dem natürlichen Wirkstoff Terpen aus Föhren, der bei der regionalen Holzverarbeitung zu Papier als «Abfallprodukt» anfällt. Terpen steigert im Bioanbau gemäss dem Hersteller die Wirksamkeit von Pflanzenschutz- und Düngemitteln auf natürliche Weise. Die beiden KMU sind zwei Beispiele von insgesamt 69 Ausstellern aus aller Welt.

In den letzten Jahren sind vermehrt auch multinationale Konzerne in diesen Markt eingestiegen. Interessanterweise hat es einen positiven Einfluss auf die Branche, dass sich die grossen Hersteller chemisch-synthetischer Pestizide neu auch für den biologischen Pflanzenschutz interessieren. Denn sie bringen zusätzliches Kapital und ein grosses Wissen ein.

BauZ