"In unserer Region geht Biogetreide recht gut", sagt Cyriak Schnyder. Der erfahrene Getreidebauer und Saatzüchter ist seit 12 Jahren bei der Betriebsgemeinschaft BG Brämmatt mit dabei, hat dann die eingebrachten Flächen auf Bio umgestellt. Die BG mit vier Partnern hat gar 20 Jahre Erfahrung mit Biolandbau.
Wiwa bewährt sich
Vorteilhaft seien im Getreidebau die Biozüchtungen wie Wiwa, auf der Brämmatt die Hauptsorte beim Brotweizen. Diese bringe einen guten Ertrag und das Unkraut werde genügend unterdrückt. Und die Sorte sei in der hier niederschlagreichen Region auch genügend resistent gegen Auswuchs, sagt Schnyder. "Wir hatten noch nie Probleme mit den Fallzahlen." Angebaut wird auch die Sorte Titlis, vor allem nach den Ackerbohnen in die nährstoffreicheren Böden. Da wäre die hochwachsende Wanda eher nicht geeignet, sie liege ab. Auf der Brämmatt wird klar auf Bio-Brotgetreide gesetzt, wegen der deutlich besseren Wirtschaftlichkeit als beim Bio-Futtergetreide. Gerste werde schon gar nicht angebaut.
Nur noch Bioweizen
Langjährige Erfahrung mit Biogetreide hat auch Hans-Peter Zemp aus Buchrain, der den 59-ha-Betrieb der Papierfabrik Perlen seit 1995 in Pacht bewirtschaftet. Dort wird bereits seit 1974 Biolandbau betrieben. Früher hat der Landwirt viele verschiedene Getreide angebaut; Gerste, Triticale, Hafer, Dinkel, Weizen. Seit einigen Jahren setzt er aber konsequent auf Bioweizen. 10 ha der Sorte Wiwa sind es dieses Jahr. Sonst habe sich auch Siala bewährt, vor allem punkto Erträge. Eher nachteilig sei hier aber die Backqualität. "Bioweizen bringt hier die beste Wirtschaftlichkeit", sagt Zemp. An diesem Standort sind auch die Erträge gut, 45 Kilo im langjährigen Schnitt, allerdings mit Schwankungen von 40 bis über 50 Kilo. Das schenkt ein, bei den aktuellen Richtpreisen von 106 Franken für den Mahlweizen. Vom Anbau her einfach wäre auch Triticale, dieses Getreide erreiche aber nicht die Erträge, welche für eine gute Wirtschaftlichkeit aufgrund der Preise (82 Franken) nötig wären. Aufgehört hat Zemp auch mit Dinkel, die Tallage eigne sich offensichtlich nicht dafür. Schlechte Erfahrungen hat Zemp zudem mit Gerste gemacht: Krankheitsdruck und die Ertragsschwankungen seien zu gross. Konsequent setzt er auf den Pflug, für die Unkrautbekämpfung im Frühjahr genüge so der Striegel.
Pflügen und spät säen
Mit dem Aufbau der Legehennenhaltung auf 2000 Plätze hat Alois Lötscher aus Gisikon seinen 14-ha-Betrieb vor 14 Jahren auf Bio umgestellt. Neben 80 Aren Körnermais produziert er ebenso viel Bioweizen. Die Sorte Titlis habe sich bei ihm bewährt, der Brotweizen wird in der Eichmühle Beinwil verarbeitet. Pflügen im Herbst, nicht zu früh säen und im Frühjahr den Striegel einsetzen: Damit habe er gute Erfahrungen gemacht, sagt Lötscher. Der Krankheitsdruck lasse sich auch ohne Pflanzenschutzmittel im Griff halten. Gerne würde er mehr Biogetreide anbauen, wenn ihm mehr Fläche zur Verfügung stünde. Ein grosser Teil sei aber Hanglage. Dort weiden noch sechs Mutterkühe. Alois Lötscher ist überdies vom geplanten Hochwasserschutzprojekt an der Reuss stark tangiert, ein Grossteil seiner ackerfähigen Flächen würde dabei wegfallen. Futtergetreide gesättigt Spezialisiert auf Biogetreide hat sich in der Region die Eichmühle Beinwil, wo gegen 1000 t angenommen werden, dazu viele Spezialsorten, wie Paul Villiger erklärt. Biogerste habe es nun allerdings genug, von einer Ausdehnung rät er ab. Bio-Futterweizen wäre noch sehr gefragt, glaubt er. Sättigungstendenz zeigen hingegen Bio-Triticale, aber auch Bio-Raps. Besonders gross sei die Nachfrage und damit das Anbaupotenzial bei den Brotgetreidearten Bio-Weizen und Dinkel, aber auch bei Speisehafer im Vertragsanbau.
js