Die Szene erinnert an den Horrorfilm «Die Vögel» von Alfred Hitchcock aus dem Jahr 1963. Elstern landen auf den Mutterkühen von Landwirt Jörg Spangenberg, krallen sich in das Euter und picken das rohe Fleisch heraus. Jetzt ist die erste Kuh derart schwer verletzt, dass der Landwirt aus dem deutschen Schellbach (Bundesland Hessen) sie schlachten lassen muss. Ihr Euter ist voller Wunden, vor Schmerzen kann sie ihr Kalb nicht mehr säugen, wie die «Hessische Niedersächsische Allgemeine» in ihrer Onlineausgabe berichtet.
Von Amt zu Amt gerannt
Während die Krähenvögel immer aggressiver und die Situation für den Bauern immer unhaltbarer wurde, suchte Spangenberg vielerorts Hilfe. Bei der Kreisverwaltung, dem Regierungspräsidium, dem Landwirtschaftsministerium. «Es wollte mir einfach niemand glauben», sagt der 50-Jährige gegenüber der Zeitung. Er gab nicht auf, verschickte weiter Fotos und E-Mails. Ratschläge erhielt er viele: Etwa, den Falkner kommen zu lassen (nützt nichts) oder die Tiere einzustallen (geht nicht, Spangenberg nimmt mit seiner Herde an einem Gründlandprogramm teil).
Elstern sollen geschossen werden
Kreisjagdberater Werner Wittich bezeichnet den Fall als «Katastrophe»: «Jetzt muss eine scharfe Bejagung der Tiere erfolgen, damit die Elstern wieder scheu werden.» Noch vor wenigen Jahrzehnten hätten sich Elstern von Menschen und Siedlungen ferngehalten.
Dass ein Abschuss die einzig mögliche Lösung ist, sieht mittlerweile auch die Kreisverwaltung so. Sie hat den Abschuss des blutrünstigen Vogelschwarms angeordnet. Für die angefressene Kuh kommt das zu spät, sie wird diese Woche geschlachtet. Der finanzielle Schaden für den Bauern geht in den vierstelligen Bereich.
jw