Heute tragen sie Schuhe. Sauteure italienische und natürlich alle die gleichen, bloss in verschiedenen Farben, wie Maritta Lichtensteiger erläutert. Franziska Weber und Christa Aebersold stecken unter dem Tisch die Füsse mit ihr zusammen, lachen fröhlich, vergleichen die Schuhsohlen und überlegen, wo sie diese Schuhe schon überall hingetragen haben. Doch ganz überall waren sie nicht dabei, Chrimafrä treten auch schon mal barfuss auf, das passt zu ihrer erfrischenden Art, dem frisch von der Leber weg. Doch das ist nur eine Seite der «Drillinge». Die Allgäuerin Maritta Lichtensteiger ist zwar nur «adoptiert» von den Zwillingen Franziska Weber und Christa Aebersold, doch im Herzen sind sie Schwestern. Und das seit 17 Jahren. Kennengelernt haben sie sich an Jodelfesten. Besonders die appenzellischen Jodlerfeste sind auch heute noch ein fixes Datum in ihrem Kalender. Die Zöierli seien einfach erdenschön, schwärmen die drei. Die besondere musikalische und freundschaftliche Verbindung spürten die drei damals auf der Stelle.

Lebensabschnitt vertont

Das Singen und das Leben, am Tisch in der «Krone» Spiez sitzen drei Frauen, die das verkörpern, deren Augen leuchten, wenn sie von ihrer Leidenschaft, dem Singen erzählen. Festgehalten haben sie diesen Lebensabschnitt in ihrer neuen CD «ärdig» und «läbig». Maritta Lichtensteiger dreht die Doppel-CD in ihren Händen hin und her: «Es gibt keine CD eins oder zwei, wir wollen niemandem vorschreiben, welche Scheibe die bessere ist». Wenn sogar die Perfektionistin im Bunde zufrieden ist mit der CD, dann ist es ein gelungenes Werk. Fotos, Konzept und Lieder, alles ein Guss. Wie die drei Frauen und wie das Leben. Einig sind sie sich nicht nur im Leben, sondern auch bei den Liedern. Oft müssen sie lange suchen, bis eines passt. Die Melodie gefällt ihnen noch schnell einmal, aber bei den Texten, da sind sie heikel, lachen sie und verdrehen die Augen.

Ergänzen sich

Heikel sind sie und sich doch einig. Streit kennen sie nicht. Sie ergänzen sich im Gesang wie im Leben, haben ihre Meinung und die richtige Portion Teamgeist, damit es harmoniert. Wie ihre Lieder, die müssen auch Tiefgang haben. Lumpenliedli gehen nicht. So wie auch nie ein Witz erzählt werde an ihren Konzerten, halten die drei dezidiert fest. Das gehe nicht. Weinen dürfe man, aber keine Witze erzählen. Und sich vielleicht ein wenig darüber wundern, dass da drei Frauen ohne Schuhe auf der Bühne stehen und vom Leben und der Erde singen. Eben «ärdig» und «läbig» wie die Drillinge sind.

Daniela Joder