«Wir beide Rita und ich hatten gute Berufe und arbeiteten bei erstklassigen Arbeitgebern; Rita als gelernte Bäckerin-Konditorin und ich als gelernter Zimmermann.» Doch dann wurde Mutter Romy krank und starb mit 44 Jahren. Der Vater fiel in ein Loch und wollte aufhören als Bauer. Von den fünf Töchtern und Söhnen interessierte sich niemand für den zwar abgelegenen, aber schönen Hof. Das junge Paar wollte nicht, dass der Neuhof in andere Hände geriet und entschied sich nach gutem Überlegen, ihn zu übernehmen.

Haben es nicht bereut

«Ich bin als Bauerntochter in Aedermannsdorf SO aufgewachsen», hält Rita Imhof fest. «Also wusste ich, was auf mich zukommt.» Sie zogen 1989 auf den elterlichen Hof, nahmen 1993 Abschied von einem geregelten Leben als Angestellte – und haben es bis heute nicht bereut. Das sagen sie aus einem Munde und schauen einander zufrieden an. Kennengelernt hatten sie sich in Laupersdorf SO an einem Dorffest. «Die jungen Pärchen aus der Gegend, 25 bis 30 an der Zahl, trafen sich jeweils im Café Schürli in Mümliswil SO. Dann ging es weiter an die Feste in der Gegend und auf die Tanzfläche.» Übrigens tanzen die beiden heute noch gern. Und gut!

Alle helfen mit

Auf dem Neuhof kamen ihre Kinder Karin (23), Dental-Assistentin, Christoph (21), Landmaschinenmechaniker, und Silvan (19), Zimmermann, zur Welt. Die zwei älteren sind ausgezogen, der Jüngste wohnt noch daheim. Alle kommen zu Hilfe, wenn die Arbeit auf dem Hof es erfordert. Über die Hofnachfolge wird nicht gesprochen. «Erstens sind wir Eltern ja noch jung», sagt Albert Imhof mit Augenzwinkern. Und seine Frau fügt an: «Wir
wollen niemanden unter Druck setzen.» Sie selber hätten erfahren, wie auf einmal ein Familienleben umgekrempelt werde. Auf dem Hof hilft auch noch der Grossvater mit. «Dafür sind wir ihm dankbar», sagt die Familie.

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Benildis Bentolila