Die Tiere kämen immer häufiger in die Kleinstadt, um nach Futter zu suchen. Danach kehrten sie dann wieder in den angrenzenden Wald zurück.
"Jeden Abend patrouillieren wir und versuchen sie mithilfe von Sirenen und Pfeifen zu verscheuchen", sagte Sasu. Dafür haben die Dorfbewohner einen guten Grund: Erst im Juni mussten die Behörden den Zugang zum Dracula-Schloss in Poenari sperren, nachdem es immer wieder zu unerwünschten Begegnungen von Touristen und Bären gekommen war. Die Zwischenfälle endeten bei mehreren Menschen mit schweren Verletzungen, die im Spital behandelt werden mussten.
Hirten schwer verletzt
Nachdem sich die Angriffe und Schäden durch wilde Tiere gehäuft hatten, trat die rumänische Regierung auf den Plan: Trotz der Kritik von Umweltschützern genehmigte das Umweltministerium im September die Erschiessung oder Umsiedlung von 140 Bären und 97 Wölfen, von denen zwischen 2500 und 3000 in Rumänien leben. Um eine "Trophäenjagd" zu vermeiden, müsse jeder Fall allerdings einzeln durch die Behörden abgesegnet werden.
60 Prozent der Braunbären in Europa, also rund 6000 Tiere, streifen durch die Wälder Rumäniens. Weil ihr Lebensraum Tierschützern zufolge zunehmend durch Weideland eingeschränkt wird, kommt es immer wieder zu Angriffen. Erst Im Juli waren zwei Hirten von einem Braunbär angegriffen und schwer verletzt worden.
sda/afp