Es ist auf den ersten Blick ein merkwürdiges Paar, das Grossunternehmen Fenaco und das FiBL, ein KMU mit einem Budget, das in etwa der Portokasse des Mischkonzerns entsprechen dürfte.

Kupferersatz: eine riesige Kiste

Bei genauerem Hinsehen ergibt die Kollaboration, die am Dienstag via Medienkonferenz vorgestellt wurde, aber durchaus Sinn. Das FiBL ist finanziell chronisch eher knapp dotiert und ein Projekt wie der Kupferersatz ist für das Institut eine riesige Kiste, vor allem wenn es langsam Richtung Praxisreife geht.

Den Kupferersatz ist der vorläufige Schwerpunkt der Zusammenarbeit zwischen FiBL und Fenaco. Da rund 90 Prozent des Kupfers von der konventionellen Landwirtschaft eingesetzt werden, entspricht dieses Projekt ziemlich genau dem Ziel der Zusammenarbeit, wie sie Fenaco-CEO Martin Keller definierte: Von der Kollaboration sollen nicht nur Bio- sondern auch IP- und ÖLN-Betriebe profitieren.

Der Kupferersatz ist ein langjähriges Projekt, dass mit der Überprüfung von 3500 natürlichen Substanzen begann. Heute ist man an ersten Feldtests. Laut dem FiBL-Co-Direktor Lucius Tamm wolle man in den nächsten zwei Jahren weitere Schritte Richtung Praxisreife machen.

Keine Details zum Ersatzstoff

Was die Details des Kupferersatzes angeht, könne man noch nichts Konkretes sagen, ausdrücklich verneint wurde aufgrund einer Journalistenfrage, ob es sich um Lärchenextrakt handle.

Für die Fenaco ist es bereits das dritte Kooperationsabkommen mit einer Forschungsinstitution, wie Martin Keller ausführte. Seit 2015 unterstützt man die Professur für molekulare Pflanzenzüchtung an der ETH Zürich und seit 2016 hilft man der Agroscope Projekte im Dienste der sogenannten «ökologischen Intensivierung» voranzutreiben. Für beide Engagements investiert Fenaco jährlich 150'000 Franken. Denselben Betrag wird nun auch das FiBL alljährlich erhalten.

 

Seit 30 Jahren auf der Suche nach Ersatz

Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL forscht seit den 1980er-Jahren an Kupfer-Ersatzprodukten. Und seit 2011 betreibt es mit der Universität Basel ein entsprechendes Forschungsprogramm. In einem ausführlichen Artikel beschreibt «die grüne» die Bedeutung von Kupfer als Fungizid für die Landwirtschaft und die Geschichte der Suche nach Ersatz.