#YT0#
Als Regisseur Daniel Künzi vor ein paar Jahren in einem Schneesturm im Jura wanderte, traf er einen Bauern. Weil dieser eine Sturmhaube trug, erkannte er Paul Sautebin zuerst nicht. Dieser ist ein Freund, den Künzi seit Jahren nicht gesehen hatte. Sautebin gab vor 20 Jahren seine Arbeit als Uhrmacher auf und übernahm mit seiner FrauIsabelle, einer Lehrerin, einen Bauernhof.
Im Einklang mit der Natur
Der Dokumentarfilm gibt Einblick ins Leben des Ehepaars Sautebin und ihren benachbarten Familien. Alles Biobauern, die im Einklang mit der Natur- leben und mit viel Respekt Nahrungsmittel produzieren.
«Hier kräht der Hahn, bevor der Wecker klingelt», meint
einer der porträtierten Bauern schmunzelnd. Man versucht mit allen Mitteln, nicht von der Globalisierung abhängig zu sein.
Immer härter, immer weniger
Die ländliche Idylle trügt. Trotz Verzicht auf Insektizide finden sich solche im Wasser des Doubs – mit dem Wind aus Frankreich mitgebracht. Eine plötzlich auftretende Lungenkrankheit macht der einen Familie einen Strich durch die Planung. Wie es weitergeht mit dem Bauernleben, ist zu Filmende ungewiss.
Die Bauern arbeiten hart und ihr Einkommen ist prekär. Über 80 Prozent ihres Einkommens stammt von Direktzahlungen. Doch diese Zahlungen hängen davon ab, wie die Parlamentarier in Bern abstimmen. Täglich geben in der Schweiz zwei bis drei Bauern auf. Für die einen ist das ein Grund, sogar Selbstmord zu begehen.
Regt zum Denken an
Der Film ist eine Aufforderung zur naturnahen Produktion und plädiert gegen die Globalisierung. Er stellt die Frage, ob es in 20 Jahren noch Bauern im Jura geben wird. Er regt zum Nachdenken an, denn Antworten
liefert er keine.
pd/et