«Ich hoffe, dass die Schweiz am 24. September 2017 als wahrscheinlich erstes Land der Welt in die Geschichte eingeht und die Ernährungssicherheit in der Verfassung verankert». Dieser Satz war das gemeinsame Motto aller Rednerinnen und Redner, welche am Donnerstagmorgen in Bern für die Verankerung der Ernährungssicherheit in der Verfassung die Trommel gerührt haben.

Verfassung genügt noch nicht

Die Allianz der Unterstützer geht über den Schweizer Bauernverband und seine Sektionen hinaus. Neben SBV-Präsident Markus Ritter und der Direktion referierten Werner Salzmann (Nationalrat SVP), Adèle Thorens (Nationalrätin Grüne), Christine Bühler (Präsidentin der Bäuerinnen und Landfrauen) sowie Christian Schönbächler von der Junglandwirtekommission. Das nationale Ja-Komitee umfasst unteredessen über 120 Bundes-Parlamentarier. Zusätzliche Unterstützung wird von einem SP-/Agrarallianz-Komitee kommen, wie Ritter erklärte.

Die Referate glichen sich inhaltlich auch abgesehen vom oben erwähnten Schlusssatz. Der Tenor: Bundesrat, Parlament und Parteien haben anerkannt, dass die aktuelle Verfassung nicht genügt, um längerfristig die Herausforderung der Ernährungssicherheit zu bewältigen, fasst die Medienmitteilung zusammen. Es gelte die einheimische Produktion und den Kulturlandschutz zu stärken. Werner Salzmann plädierte für fairen Handel auch für die einheimische Produktion.

Adèle Thorens erklärte derweil, es gelte in erster Linie die landwirtschaftlichen Produktionsgrundlagen zu wahren: «Die Grünen haben schon immer eine Landwirtschaft befürwortet, die nicht nur umweltschonend ist, sondern auch in ihrer Region mit ihren Landschaften und ihrem spezifischen Terroir verankert ist, so die grüne Nationalrätin, die sich auch angesichts des eigenen Eisens im Feuer für die Ernährungssicherheit in der Verfassung engagiert: Der Gegenvorschlag lege bereits den Boden für die Fair-Food-Initiative, sagte sie mit Verweis auf die Passage zu nachhaltigen Importen.

«Wir beginnen im Babyalter»

Christine Bühler verwies auf die Bedeutung des Kochens und die Zubereitung der Lebensmittel. «Wir Frauen vom Land nehmen unsere Verantwortung wahr und ernähren unsere Kinder mit frischen und nachhaltig produzierten Nahrungsmitteln», so Bühler. Damit beginne man bereits im Babyalter. Die Bäuerinnen und Landfrauen wollen aber auch ihre hohe Mitgliederzahl für einen möglichst grossen Ja-Stimmenanteil einsetzen.Alle 57 000 werden Gelegenheit erhalten, ihren Verwandten und Freunden Postkarten zuzustellen.

Christian Schönbächler bedankte sich bei den Anwesenden für die Unterstützung. Diese Vorlage gebe den jungen Bäuerinnen und Bauern «die langfristige Perspektive für eine nachhaltige Lebensmittelproduktion in der Schweiz».

akr

Weitere Informationen: www.ernaehrungssicherheit.ch