Knapp 160 Delegierte des SGPV tagten heute in Kerzers FR. Es gab viel zu besprechen. Präsident Fritz Glauser fand wie immer klare Worte. Besonders empörte er sich über den Bericht des Bundesrats zur Schweizer Landwirtschaft, der letzte Woche veröffentlicht wurde. «Mit diesem Text hat der Bundesrat dem Schweizer Ackerbau ganz klar das Todesurteil ausgesprochen», kritisierte Glauser. Dass der Bundesrat mit diesem Bericht die Abstimmung zur Ernährungssicherheit damit unbeachtet lasse, sei nicht nur inakzeptabel, sondern respektlos und unverantwortlich. Mit der Resolution (siehe Kasten), die von den Delegierten einstimmig angenommen wurde, will man erreichen, dass der Bundesrat die Zukunft der Schweizer Landwirtschaft noch einmal überarbeitet und dabei die einheimische Produktion an erste Stelle setzt.
Neue Regelung für das Schoggigesetz
Viel Zeit wurde auch dem Schoggigesetz eingeräumt, bzw. dessen Nachfolgeregelung. Das neue System sieht einen Beitrag pro Getreidefläche vor (120 Fr. /ha). Mit dem Beitrag, der neu direkt an die Produzenten fliessen soll, wird die WTO-Kompatibilität sichergestellt. Die Beiträge sollen wie heute auf der abgelieferten Menge erhoben werden. Das einbezahlte Geld wird für das Mengenmanagement im Markt verwendet. Die Unternehmen, welche für ihre Exportsubventionen Swissness benötigen, erhalten – wie heute – Schweizer Rohstoffe. Glauser appellierte jedoch, dass die Solidarität der Produzenten und der gesamten Branche für das Funktionieren unerlässlich sei.
Erhöhung des Marktentlastungsfonds
Ein wichtiges Traktandum war die Festlegung der Beiträge für die Ernte 2018. Die Erhöhung des Marktentlastungsfonds von 0,82 Fr./dt auf 2,63 Fr./dt würden erlauben, die Richtpreise und das Mengenmanagement beizubehalten, erläuterte Geschäftsführer Pierre-Yves Perrin. Ohne eine Erhöhung sei die Finanzierung der Nachfolgelösung für das Schoggigesetz nicht gegeben. Ebenfalls sei die Finanzierung der Deklassierung ungewiss. Zudem stelle eine Erhöhung des Fonds einen langfristigen Einzelkulturbeitrag für Getreide sicher. Dadurch sollen jährlich rund 11 Mio Franken zusammenkommen, wovon 7 für das Schoggigesetz und 4 Mio für die Deklassierung verwendet werden sollen. 148 Delegierte stimmten für den Vorschlag, 5 waren dagegen und zwei Delegierte enthielten sich ihrer Stimme.
joy
Mehr dazu in der BauernZeitung vom 10. November.