Jamaika lautete die mögliche Zauberformel für eine neue deutsche Bundesregierung: Schwarz-Gelb-Grün in Anlehnung an die Farben der jamaikanischen Flagge. Und der vier beteiligten Partei(farben) CDU/CSU (schwarz), FDP (gelb) und Grüne. Rund 64 Prozent der Deutschen hätten gern eine Jamaika-Koalition gesehen. 21 Prozent sind froh über das Scheitern, teilte das ZDF am späten Montagabend mit.
Rund 55 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die FDP Schuld daran sei. 39 Prozent sehen bei den Grünen die Hauptverantwortung, 37 Prozent bei der CSU und 34 Prozent bei der CDU. Hier hatte die Mannheimer Forschungsgruppe mehrere Antworten zur Auswahl gestellt.
Am liebsten Neuwahlen
Wenn sich die Deutschen zwischen Neuwahlen, Minderheitsregierung oder grosser Koalition entscheiden könnten, würden sie sich am ehesten für Neuwahlen aussprechen. 51 Prozent befürworten Neuwahlen, 43 Prozent sind dagegen.
Eine grosse Koalition von Union und SPD fänden 48 Prozent der Deutschen gut, 46 Prozent wollen sie nicht. Allerdings hat die SPD eine Wiederauflage bereits abgelehnt. Nur 30 Prozent der Befragten sind für eine von Union geführte Minderheitsregierung. 64 Prozent lehnen das ab.
Sollte es zu Neuwahlen kommen, dann glauben 40 Prozent, dass diese vor allem der AfD nützen würden. 39 Prozent glauben, dass vor allem CDU und CSU Einbussen hinnehmen müssten.
Bei der Landwirtschaft nähergerückt
Laut FDP-Chef Christian Lindner sei es in vier Verhandlungswochen nicht gelungen, eine Vertrauensbasis zu schaffen. Das wäre aber Voraussetzung für eine stabile Regierung gewesen. Die Gräben zwischen der FDP und Grünen waren aus seiner Sicht zu gross.
Die Grünen-Spitze warf der FDP wiederum vor, sich vor ihrer Verantwortung gedrückt zu haben. «Ein Bündnis hätte zustande kommen können», sagte Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt. Bei Klimaschutz, Landwirtschaft und Migration sei man am Ende näher beieinander gewesen, als man es gedacht hätte.
Agrarminister war zuversichtlich
Landwirtschaftsminister Christian Schmidt zeigte sich am Donnerstag noch zufrieden mit dem Stand der Sondierung im Bereich Landwirtschaft. «Wenn es so weiter geht, wird die Jamaika-Koalition an der Landwirtschaft nicht scheitern», so der CSU-Politiker im Interview mit Agra-Europe. Einige strittige Punkte hätten abgeräumt werden können. Man sei sich einig, «dass Veränderungen nicht ohne die Bauern gelingen können und Landwirtschaft auch in Zukunft ökonomisch tragfähig sein muss».
sda/dpa/AgE/jw