Die CEMA fordert die EU-Kommission auf, einen „praxisnäheren“ Ansatz zu verfolgen. Der Vorsitzende der Public Policy Group der CEMA, Gilles Dryancour, bezeichnete eine verpflichtende Ausstattung langsamer Schlepper mit ABS als „wenig sinnvoll“. So sei nachgewiesen, dass eine solche Massnahme nicht zu spürbaren Vorteilen in Bezug auf die Verkehrssicherheit führe. „Ohne einen greifbaren Nutzen gibt es jedoch auch keine Rechtfertigung für die hohen Kosten, die dann auf Hersteller und Landwirte zukommen würden“, sagte Dryancour.

Die Kommission habe bisher nicht den Nachweis erbringen können, dass ABS-Systeme bei landwirtschaftlichen Traktoren mit einer Höchstgeschwindigkeit unter 60 km/h die Verkehrssicherheit verbesserten, erklärte der CEMA-Vertreter.

Ohnehin sei in 22 der 28 EU-Mitgliedstaaten die Höchstgeschwindigkeit der Maschinen per Gesetz auf 40 km/h begrenzt. Dies mache den verpflichtenden ABS-Einsatz noch „unsinniger“, kritisierte der Franzose.

Der Generalsekretär der CEMA, Ulrich Adam, forderte die EU-Kommission auf, eine neue interdisziplinäre Dialoggruppe einzurichten. Dadurch könnte es ein besseres Verständnis der verfügbaren Daten geben; außerdem könnten bewährte Praktiken vermittelt und letztlich wirkungsvolle spezifische Empfehlungen zur Verringerung der Zahl von Verkehrsunfällen mit landwirtschaftlichen Maschinen gegeben werden.

AgE