Das Schlussresultat steht zwar noch nicht fest, aber ein Zwischenfazit kann man bereits ziehen: Die Zustimmung der Bevölkerung zur Verankerung der Ernährungssicherheit in der Verfassung ist sehr gross, in der Westschweiz gar überwältigend, der Kanton Jura etwa stimmte mit gut 89% Ja, in der Waadt rechnet man gar mit über 90%.

Dieses Resultat ist Grund zur Freude, weil es ein klares Bekenntnis der Bevölkerung zur Landwirtschaft darstellt. Das Resultat darf als klares Votum für die einheimische Produktion und ihre Stärkung interpretiert werden. Offenbar wurde der Urnengang auch nicht als derart unnötig betrachtet, wie es einige Publikumsmedien heraufzubeschwören versuchten.

Der Artikel 104 a. legt eine gute Basis für die Weiterentwicklung der Schweizer Landwirtschaft. Dazu gehört neben einer hohen Inlandproduktion und dem dringend notwendigen Schutz des Kulturlandes auch die ökologische Seite der Nachhaltigkeit. Ohne die Unterstützung der Umweltverbände wäre die Zustimmung kaum so hoch ausgefallen. Dass die Vertreter der Öko-Abstimmungskampagnen das Ja in Oberbottigen BE mitfeierten ist zwar nur ein kleines aber ein gutes Zeichen.

Es braucht mit dem zunehmend spürbar werdenden Klimawandel und knapper werdenden Ressourcen neben Innovationen und angepasster Bewirtschaftung ein gutes Einvernehmen zwischen der Landwirtschaft und den Umweltverbänden aber auch den Konsumenten, nur mit einer solchen Allianz wird man die zunehmende Macht von Verarbeitern und Handel einigermassen beschränken können.

Dass mit der Litera d) nun auch ein "Freihandelspassus" in der Vorlage steht, hat viele Bauern zum Nein bewogen. Allzu stark beunruhigen sollte sie dieser aber nicht. Erstens wird darin Nachhaltigkeit gefordert, was die Importe von gesichtsloser Massenware mehr oder weniger ausschliesst, andererseits sind die Machtverhältnisse heute so, auch dank des heutigen Resultats, dass man allfällige weitere solche Abkommen nicht auf dem Buckel der Bauern wird abschliessen können.

akr