«Das fühlt sich großartig an, fantastisch! Es ist ein super Moment in meinem Leben.» So war Gerd Nefzers Reaktion laut «BZ-Berlin.de» nach seinem Gewinn an der 90. Oscarverleihung in Los Angeles. Der Deutsche gewann den Oscar in der Kategorie Visual Effects für den Film «Blade Runner 2049». Seine Spezialität sind Wettereffekte, in denen er mehr als 30 Jahre Erfahrung hat. Er kann Wellen entstehen lassen, Kugelhagel lenken und wie in «Blade Runner» ganz Las Vegas in einer gelben Sandwolke verschwinden lassen. «Das ist der aufwendigste Film, den ich je gemacht habe», sagt er gegenüber der Zeitung.
Seit 1980er-Jahren aktiv
Für den Deutschen ist es die Krönung eines ungewöhnlichen Lebenswegs, dass er die goldene Trophäe in das Unternehmen auf dem Gelände des traditionsreichen Studios Babelsberg holen kann. Gegründet wurde die Firma von seinem Schwiegervater Karl Nefzer 1968 im baden-württembergischen Schwäbisch Hall als Verleih von Filmautos und -waffen. In den 1980er-Jahren baute er mit Sohn Uli und Schwager Gerd die Sparte Special Effects auf. Nach der Wende wurde die Dependance in Babelsberg gegründet.
Kein Exot als gelernter Bauer
Der gelernte Landwirt und studierte Agrartechniker stürzte sich mit Feuereifer in die Arbeit. Sein erster Job waren Special Effects für die Krimiserie "Wolffs Revier". Spätere Highlights waren die Mitarbeit an den Oscar-prämierten Filmen "Inglourious Basterds" und "Grand Budapest Hotel". Nefzer ist mit seiner Ausbildung in dem Team mit vielen Handwerkern beileibe kein Exot. "Wir haben hier einen Metzger, Schlosser, einen Bergmann und einen Landmaschinen-Mechaniker", sagt Nefzer schon vor der Oscar-Verleihung.
dpa/jw