Im vergangenen Winter ist im mittleren Teil der Zentralschweiz (Teile Obwaldens, Nidwaldens, Urnerland, aber auch Bern) mittels Fotofallen der Luchsbestand untersucht worden. Dabei seien mehr Luchse nachgewiesen worden, als bei der letzten Untersuchung vor drei Jahren, schreiben die Kantone Obwalden und Nidwalden in einer Mitteilung.

Aufgrund der gemachten Beobachtungen schätzen die Studienautoren, dass in der Zentralschweiz «Mitte» derzeit pro 100 km2 «geeignetem Lebensraum» 2,5 ausgewachsene Luchse leben. Vor drei Jahren waren es noch 1,5 Wildkatzen. Von den neun Referenzgebieten der Schweiz ist die Region damit bezüglich Luchsdichte im Mittelfeld. Am meisten hat es in «Jura Süd» und dem «Berner Oberland Ost», am wenigsten in «Wallis Nord». Der Kanton Nidwalden als Beispiel hat eine Fläche von 276 km2, für den Luchs geeignet seien deren 163 km2, erklärt Hubert Käslin, Wildhüter im Kanton Nidwalden. Rein theoretisch tummeln sich also etwa vier Luchse im Kanton Nidwalden. 

Zu Rissen an Nutztieren komme es äusserst selten. Käslin berichtet von einem Fall im vergangenen Jahr. In seinen 17 Jahren als Wildhüter musste nie ein Schafsriss einem Luchs «angehängt» werden. Der Luchs wird von der Jagd kritischer beurteilt als von der Landwirtschaft. Denn er interessiert sich für Rehe und hat sich laut Käslin nun auch vermehrt ins Gebiet der Gämsen verschoben. Entsprechend sei auch der Gämsbestand rückläufig. Allerdings gebe es weitere Faktoren für kleinere Wildbestände. Dies haben die Fotofallen bestätigt. Wanderer, Biker oder Schneeschuhläufer sorgten heute in Teilen des Berggebiets für Unruhe. Tag und Nacht.  

Armin Emmenegger

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