Im Gebiet des Hohtürli oberhalb von Kandersteg BE ist ein Schneeschuhwanderer von einer Lawine erfasst worden. Er wurde lebend geborgen und schwer verletzt ins Spital geflogen, wo er kurze Zeit später starb.

Nach aktuellen Erkenntnissen waren insgesamt drei Schneeschuhwanderer von Kandersteg aus in Richtung Blüemlisalp unterwegs gewesen, wie die zuständige Staatsanwaltschaft und die Berner Kantonspolizei am Montag schrieben. Im Bereich des Hohtürli löste sich ein Schneebrett, das zwei der Männer mit sich riss.

Die alarmierten Rettungskräfte konnten zwei Männer auf dem Lawinenkegel orten und mit einer Seilwinde bergen. Sie mussten zur Kontrolle ins Spital. Den dritten Schneeschuhwanderer konnte ein Lawinensuchhund aufspüren. Er wurde schwer verletzt ins Spital geflogen, wo er später starb.

Tourengruppe mitgerissen

Am Piz Belvair bei Zuoz GR im Engadin ist ein Ehepaar von einer Lawine verschüttet worden. Das Paar wurde von anderen Skitourengängern geortet und unverletzt geborgen.
Die Lawine löste sich am frühen Sonntagnachmittag, als vier Skitourengänger vom Piz Belvair am Südhang in Richtung Madulain ins Tal fuhren. Alle vier wurden mitgerissen, wie die Graubündner Kantonspolizei heute meldete. Eine leicht verschüttete Person konnte sich selbst befreien.

Von der Lawine verschüttet wurde ein Ehepaar, das im Aufstieg zum Piz Belvair war. Die talwärts fahrenden Skitourengänger konnten das Paar mit Verschüttetensuchgeräten ausfindig machen und beide unverletzt bergen. Sie wurden mit dem Rettungshelikopter zur Kontrolle in ein Spital geflogen.

Weiteres Paar verschüttet

Ebenfalls am Sonntag sind beim Aufstieg zur Maighels-Hütte im Bündnerland ein 40-jähriger Mann und seine 35-jährige Tourenpartnerin von einer Lawine verschüttet worden. Die Frau befindet sich in kritischem Gesundheitszustand.

Das Sportlerpaar aus Deutschland beabsichtigte, mit den Schneeschuhen vom Oberalppass Richtung Maighels-Hütte zu laufen. Kurz nach 11.45 Uhr löste sich in einem Couloir über den Schneewanderer eine Lawine und riss die beiden mit.

Laut Angaben der Kantonspolizei Graubünden wurde der 40-Jährige glücklicherweise nur leicht verschüttet, sodass er mit dem Mobiltelefon die Rettung alarmieren konnte. Seine Verletzungen verhinderten jedoch eine Suche nach der 35-jährigen Frau.

Erhebliche Gefahr im Kanton Graubünden

Diese wurde später durch einen Lawinenhund in einer Tiefe von rund einem halben Meter gefunden. In kritischem Gesundheitszustand wurde sie ins Kantonsspital Graubünden nach Chur geflogen. Der Mann wurde mit einem Beinbruch ins Kantonsspital Uri nach Altdorf überflogen.

Die Kantonspolizei Graubünden klärt die näheren Umstände des Lawinenunfalls ab. Im Gebiet herrscht laut dem Bund zurzeit erhebliche Lawinengefahr (Warnstufe 3 von 5).

roy/sda