«Wer Fleisch isst, soll auch Verantwortung dafür tragen, wie dieses Fleisch produziert wurde.» Dieser Ansicht ist Alexander Tschäppät, der ehemalige «Stadtvater» der Bernerinnen und Berner, der sich als Ehrenpräsident der Beef.ch nun für die Fleischproduktion in der Landwirtschaft starkmacht. Die Beef.ch gastiert zum 40-jährigen Jubiläum von Mutterkuh Schweiz noch bis morgen Samstag auf dem Bundesplatz. Am Mittwochabend fand ein Empfang mit geladenen Gästen statt.«

Auf die Frage, was ihn dazu bewogen habe, diese Aufgabe zu übernehmen, meinte Alexander Tschäppät gewohnt unterhaltend: «Sie haben irgendein Rindvieh gesucht dafür!» Er gab aber neben seinem äusserst unterhaltsamen und humorvollen Statement auch viele wichtige Gedankenanstösse. «Überlegt euch das nächste Mal, wenn ihr halbpreisiges Fleisch kauft, woher das kommt», so der ehemalige Stadtpräsident.

Auf der einen Seite kämpft die «ehrliche und nachhaltige» Mutterkuhhaltung mit dem Fleischkonsument, dem es gleichgültig ist, woher sein tierisches Produkt auf dem Teller stammt. Auf der anderen Seite ist eine vegane Bewegung spürbar, die sich ganz von Nahrungsmitteln aus tierischer Produktion distanziert. So «demonstrierten» auch am Mittwochabend vorwiegend junge Menschen in «Holstein-Kostüme» gekleidet und verteilten Flyer.  Felix Hauri, der an der Beef.ch verantwortlich für die Gastronomie ist, äusserte sich erstaunlich offen gegenüber der BauernZeitung. «Wir haben das intern mehrfach diskutiert. Wir müssen dieser Bewegung gegenüber offen sein», so Hauri. Argumente, wie die Fleischlobby sei hier in Bern am Feiern, will er klar nicht stehen lassen. «Die Mutterkuhhaltung ist eine sehr nachhaltige Produktion, das kann man mit diesem Auftritt auf dem Bundesplatz ganz klar aufzeigen», ergänzt er.  

Gerbers Stier gefällt

Die friedlich zusammengewürfelten Herden mit zehn verschiedenen Rassen beeindrucken nicht nur die mehrheitlich städtischen Konsumenten, die auf dem Bundesplatz Stallluft schnuppern, sondern auch die Besitzer der Tiere. Die Simmentalerkuh mit Kalb zeigt sich doch deutlich angetan vom schönen Simmentalerstier, den der Präsident von Mutterkuh Schweiz, Mathias Gerber auf den Bundesplatz gefahren hat. 

Tiere zum Anfassen

Der Streichelzoo mit Ziegen, Schafen und Hühnern begeistert vor allem die Besucherschaft, die mit Kindern auf den Bundesplatz kommt. «Es ist schön, dass unsere Kinder einmal eine Ziege anfassen können», äussert eine Mutter gegenüber dieser Zeitung. Und dass es Kühe gibt, denen gar keine Hörner wachsen, habe sie nicht gewusst. «Ich habe gedacht, dass die irgendwie allen abgeschlagen werden», erklärt sie weiter. Das  Aufklärungspotenzial der Landwirtschaft wird nicht kleiner und
die Möglichkeiten dafür kaum 
grösser. Hier trifft die Beef.ch den Nerv der Zeit.

Simone Barth

Weitere Informationen: www.beef.ch