Ein Blick in die 162 nationalen Absichtserklärungen zur Emissionssenkung (INDP) zeigt die breite Palette von Versprechen, Massnahmen und Vergleichsgrössen. Die Unterschiede beginnen bereits beim Ausgangsjahr, das als Richtgrösse dient: Die Schweiz und alle EU-Länder senken ihre Treibhausgase im Vergleich zu 1990, die Bezugsgrösse des Kyoto-Protokolls.
Andere Länder wie China und die USA, die weltgrössten CO2-Emittenten, nehmen 2005. In den 15 Jahren seit 1990 war der Ausstoss von Treibhausgasen noch angestiegen. Entsprechend müssen China und die USA weniger senken.
Dann haben sich Schwellenländer wie China und Indien eine Schonfrist bis 2030 ausbedungen. Erst dann müssen sie definitiv weniger Treibhausgase ausstossen. Südkorea hat als Richtgrösse eine auf 2030 hochgerechnete Gesamtzahl von Treibhausgasemissionen.
Spätestens ab 2023 wird es ernst
Die Massnahmen zum Erreichen der Ziele unterscheiden sich stark, abhängig unter anderem von der Wirtschaftskraft und dem politischen Willen. Die für Paris eingereichten nationalen Vorschläge sind auch im Umfang unterschiedlich: Australien beispielsweise schafft es, seinen Plan auf drei A4-Seiten zusammenzufassen, die USA und auch die Schweiz bringen es auf fünf, und Indien, drittgrösster CO2-Emittent, auf 38 Seiten.
In Bonn müssen nun Mittel gefunden werden, damit nächstes Jahr ein Regelbuch vorliegt mit dem alle Länder ihre Bemühungen gleich messen, anrechnen, kommunizieren und nachbessern können. 2018 sollten die INDC erstmals neu bewertet werden, wenn auch noch informell.
Bis 2020 sollte dann möglichst nachgebessert werden, da gemäss UNO-Zahlen die bisherigen Versprechen nicht reichen für das Ziel eines Temperaturanstiegs von unter zwei Grad. Und 2023 beginnt gemäss Pariser Abkommen formell der Fünf-Jahres-Rhythmus für Bestandesaufnahme und Nachbesserung der Klimaschutzziele.
sda