Um 10.00 Uhr notierten die Nestlé-Papiere 2,3 Prozent höher auf 81,74 Franken. Nach einem Plus von 1 Prozent zu Handelsbeginn konnten die Gewinne somit in der ersten Handelsstunde klar ausgebaut werden. Die Avance bei Nestlé verleiht auch dem Gesamtmarkt (SMI +1,2%) Schwung.

Mit dem organischen Wachstum von 2,8 Prozent lag Nestlé klar über dem Konsens von 2,5 Prozent. Wie der zuständige Analyst der US-Investmentbank Jefferies schreibt, schnitt der Konzern insbesondere in der Region Amerika überraschend gut ab. Auch die Belebung im Schlüsselmarkt China begrüsst der Analyst.

Die Spezialisten des Brokers Baader Helvea sind derweil positiv überrascht, dass das organische Wachstum trotz des gut zehntätigen Streiks der Lastwagenfahrer in Brasilien so hoch ausgefallen ist. Laut den Analysten von Vontobel hat der Brasilien-Streik das organische Wachstum des zweiten Quartals mit 80 Basispunkten belastet. Ohne diesen Effekt dürfte das Wachstum des Konzerns im Halbjahr gemäss der Schätzung somit rund 2,9 bis 3,0 Prozent betragen haben.

Optimistischer Ausblick

Die UBS erwähnt neben der positiven Umsatz- bzw. Wachstumsentwicklung auch den relativ optimistischen Ausblick als positiven Punkt. Die Nestlé-Führungsriege erwartet ein Beschleunigung beim organischen Wachstum und bei der Margenverbesserung in der zweiten Jahreshälfte.

Etwas weniger gefällt den Spezialisten die Entwicklung der Marge - sie lag gar leicht unter den Konsens-Erwartungen. Grund waren laut Analysten nicht zuletzt steigende Herstellkosten in den USA.

Insgesamt sind aber die meisten Analysten in ihren ersten Kommentaren relativ wohlwollend. Gar recht euphorisch ist man bei Vontobel. Die von Nestlé lancierten Massnahmen würden immer mehr Wirkung zeigen und zu Verbesserungen bei Wachstum und Profitabilität führen. Dem zuständigen Analysten gefällt auch, dass Nestlé die Produktinnovationen beschleunigt hat, um das Wachstum zu forcieren.

awp/sda