Mit zwei neuen Branchenfonds will die BOM dafür sorgen, dass die Schweizer Nahrungsmittelindustrie auch weiterhin auf Schweizer Milch zurückgreift, auch in Exportartikeln. 80 Prozent der Mittel sollen gemäss einer Medienmitteilung in den Fonds "Rohstoffverbilligung Nahrungsmittelindustrie" fliessen.
Finanzierung mit neuer Zulage für Verkehrsmilch
Neu soll, und das ist die wichtigste und entsprechend in der Erarbeitung stark umstrittene Neuerung, ein Fonds «Regulierung» für Fettstützung geschaffen werden, dem 20 Prozent der Mittel zufliessen sollen. Damit will man die Exporte zwecks Marktentlastung finanzieren.
Die beiden Fonds verwaltet gemäss dem Vorschlag des Vorstands die BOM, welche auf Gesuche hin Beiträge sprechen kann. Das Geld würde von den Verarbeitern auf dem Milchpreis eingezogen. Das bedeutet aber keine zusätzliche Belastung der Milchbauern, weil sie wie berichtet eine neue Direktzahlung, die «Zulage für Verkehrsmilch» erhalten sollen.
Diese wird dann auf der Molkereimilch mit dem erwähnten System wieder abgeschöpft, wobei dieser Abzug höchstens «kleiner oder gleich wie die Zulage» sein darf, wie BOM-Geschäftsführer Stefan Kohler erklärt. Die Käsereimilchproduzenten kommen ebenfalls in den Genuss der neuen Zulage, dieser Betrag wird aber dann bei der Verkäsungszulage wieder abgezogen, womit sich für sie nichts ändert.
Das Ende von Lactofama
Insgesamt werden für die zwei Fonds rund 80 Mio Fr. zur Verfügung stehen, so das Parlament der Aufstockung der Mittel zustimmt. Angestrebt sind die 94,6 Mio. Fr., welche schon 2015 zur Verfügung standen. Rund 15 Mio Fr. der Mittel sind für die Verbilligung von Schweizer Getreide in Export-Güetzi vorgesehen, der Rest steht für die Milch zur Verfügung.
Gemäss dem erwähnten Verteilschlüssel stünden für die Buttermarktentlastung also 20 Prozent oder 16 Mio Fr. zur Verfügung. Damit ist auch klar, dass die neue Lösung das Ende der unpopulären Lactofama bedeuten würde. Das Marktentlastungsvehikel, welches für 2017 ausser Betrieb genommen wird, verwaltete einen jährlichen Etat von 12 bis 15 Mio Fr.
Ende April entscheiden die BOM-Delegierten, ob sie dem neuen System zustimmen wollen. Es würde dann per Anfang 2019 in Kraft treten.
akr