Statt klarer Aussagen erhielt das bernische Wirtschaftsstrafgericht am Dienstagmorgen oft ausschweifende, ausweichende Antworten des Angeklagten. Die Gerichtspräsidentin musste oft mehrfach nachhaken, um zu den gewünschten Antworten zu kommen.
In einem Fall hatte der Angeschuldigte einem Gläubiger als Sicherheit für ein Darlehen von über 20'000 Franken einen neuen Pferdeanhänger verpfändet.
Wofür der denn das Geld für einen neuen Anhänger gehabt habe, wollte das Gericht wissen. Nach einigem Hin und Her stellte sich heraus, dass der Anhänger mit ebenfalls geliehenem und nicht zurückbezahltem Geld finanziert war.
Im Grundsatz bestritt der Angeklagte aber die Schulden nicht, ebenso wenig, dass er seine Gläubiger nicht über seine desolaten finanziellen Verhältnisse informierte, bevor sie ihm grosszügig Kredit gewährten.
Ehemaliger Kantonspolitiker
Der Reitstall-Betreiber ist ein ehemaliger Luzerner Kantonspolitiker. Er steht unter anderem wegen Betrugs und Urkundenfälschung vor dem bernischen Wirtschaftsstrafgericht. Seine Opfer fand er vorwiegend in den Kantonen Luzern, Solothurn, Thurgau und Bern.
Mehr oder weniger bekannte Personen, darunter zahlreiche Gewerbler, ging der Angeklagte um Geld an. Er werde bald eine grosse Erbschaft antreten und Erträge aus einem Kiesgeschäft erhalten, sagte er potenziellen Gläubigern. Bis die Erbsache geklärt sei, stecke er aber vorübergehend finanziell in der Klemme.
Um seine Geschichte zu untermauern, wies er ein gefälschtes Dokument einer Luzerner Gemeinde vor, das diesen Sachverhalt vermeintlich bestätigte.
sda