Klaus-Dieter Schumacher, freiberuflicher Berater und Agrarmarkt-Experte aus Deutschland, fasst die Situation am internationalen Weizenmarkt, laut einer Mitteilung der DLG, wie folgt zusammen.
Weltweit kleine Ernte
Hitze und Trockenheit haben in diesem Jahr nicht nur in Deutschland, sondern auch in Polen, den baltischen Staaten und Skandinavien zu starken Ertragsverlusten und deutlich kleineren Getreideernten geführt. Eine ähnliche Entwicklung ist aber auch in anderen Ländern, insbesondere in einigen der führenden Ausfuhrländer für Weizen zu verzeichnen.
Insgesamt dürften die EU, Russland, die Ukraine, Kanada und Australien rund 25 Mio. t weniger Weizen als im Vorjahr produzieren. Der Löwenanteil wird dabei mit rund 15 Mio. t auf Russland entfallen. Entsprechend dürften die Weizenausfuhren Russlands 2018/19 um rund 8 bis 10 Mio. t sinken. Zudem sieht es danach aus, dass – wie auch in der Ukraine und in Rumänien – die Qualitäten schlechter ausfallen, so dass der Mahlweizenanteil geringer ausfällt als in den letzten beiden Jahren.
Kräftiger Abbau der Lagerbestände
Insgesamt aber wird auf Basis der jüngsten Schätzung des internationalen Getreiderates 2018/19 mit nur ca. 720 Mio. t die niedrigste Weizenernte der letzten fünf Jahre eingebracht werden, ein Rückgang um gut 5 Prozent im Vergleich zu den knapp 760 Mio. t des Vorjahres. Diese prozentuale Veränderung erscheint auf den ersten Blick relativ klein. Da aber der Verbrauch stabil erwartet wird, kommt es zu einem kräftigen Abbau der Lagerbestände um ca. 20 Mio. auf rund 245 Mio. t.
Nachhaltiger Preisaufschwung
Die Weizenpreise haben reagiert und ihre höchsten Niveaus seit rund zwei Jahren erreicht. An der MATIF (Marché à Terme International de France, eine französische Terminbörse mit Sitz in Paris) lagen die Dezember-Notierungen für Weizen in der letzten Woche erstmals wieder über 200 Euro/t und vieles deutet daraufhin, dass dies ein nachhaltiger Preisaufschwung ist.
pd/et