Mehr Freihandel, weniger Grenzschutz? Die gestern vom Bundesrat propagierten Pläne zur künftigen Agrarpolitik stossen in der Landwirtschaft auf Empörung. Nach dem Schweizer Bauernverband und der Kleinbauern-Vereinigung kommt ein weiteres kritisches Votum von der freihandelskritischen Schweizerischen Vereinigung für einen starken Agrar- und Lebensmittelsektor (kurz SALS-Schweiz). Die Aussagen des Berichts basierten «auf überholten Grundsätzen» und der Bundesrat habe «keine gute Arbeit geleistet», teilt SALS-Schweiz mit.
Das deutliche Ja von fast 80 Prozent zum Ernährungssicherheitsartikel in der Verfassung zeige, dass das Volk eine regionale Landwirtschaft wolle. Zahlreiche Marktstudien bestätigten die erhöhte Nachfrage nach lokalen und regionalen Produkten. Bezüglich der hohen Preise für Schweizer Lebensmittel sei bewiesen, dass nicht die landwirtschaftliche Produktion dafür verantwortlich ist, sondern dass der Detailhandel «Rekordmargen» einfahre.
Reform der Agrarpolitik nötig
Für SALS-Schweiz ist eine Reform der Agrarpolitik notwendig. Die vom Bundesamt für Landwirtschaft verfolgten Ziele führten in eine Sackgasse: Mehr Kompensationszahlungen und eine weitere Reduktion des Produktionswerts der Landwirtschaft seien keine Lösung. «Unsere Bauernfamilien sind Unternehmer, die von der Frucht ihrer Arbeit leben wollen», heisst es weiter.
jw