Vor gut einem Jahr sagte das Volk Ja zur Masseneinwanderungsinitiative. Im vergangenen Februar machte der Bundesrat einen Umsetzungsvorschlag. Heute nun verabschiedete die Landwirtschaftskammer (Laka) des Bauernverbands ihre Stellungnahme.

Die Landwirtschaft beschäftigt jedes Jahr zwischen 25‘000 und 35‘000 ausländische Arbeitskräfte, deren Einsatz aber grossmehrheitlich weniger als ein Jahr dauert. Anschliessend kehren diese wieder in ihre Herkunfsländer zurück. Deshalb fordert der Bauernverband, dass Kurzaufenthalter von den vorgeschlagenen Kontingenten und Höchstzahlen ausgenommen werden sollen, was aber nicht mit dem früheren Saisonnierstatus verwechselt werden dürfe. Für Personen, die nur bis vier Monate in der Schweiz arbeiten, müsse es analog dem aktuellen Meldeverfahren eine einfache, schnelle und kostengünstige Rekrutierungsmöglichkeit geben.

«Das grosse Anliegen der Landwirtschaft: Kurzaufenthalter, die klar keine Einwanderer sind, müssen ohne grossen administrativen Aufwand angestellt werden können», schreibt der SBV in einer Medienmitteilung. Eine Regelung über Gebühren oder Abgaben komme für die Landwirtschaft nicht in Frage. Die Kontingente auf der anderen Seite müssten flexibel sein und auch Wirtschaftssektoren mit tiefer Wertschöpfung berücksichtigen.

Der SBV unterstützt das duale Zulassungssystem und damit die Privilegierung für Angehörige der EU-EFTA-Staaten. Er sei sich auch der Notwendigkeit bewusst, das Inländerpotential so gut wie möglich zu nutzen. Aus diesem Grund engagiert er sich zusammen mit dem Staatssekretariat für Migration für ein Pilotprojekt, bei dem anerkannte Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene Personen testweise in der Landwirtschaft arbeiten sollen.

BauZ