Der Bundesrat hat heute seinen Bericht zur «Marktöffnung für die weisse Linie» verabschiedet. Darin geht es um eine gegenseitige Milchmarktöffnung mit der EU. Bislang ist nur der Käsebereich liberalisiert.
«Enormer Importdruck»
Für den Schweizer Bauernverband ist eine solche Öffnung absolut keine Option: «Sie würde zu einem enormen Importdruck führen, weil es sich bei 80 Prozent der Produkte in diesem Bereich um Standardprodukte mit praktisch null Differenzierungspotential handelt: Konsummilch, Butter, Milchpulver oder Rahm», schreibt der SBV.
Milch sei weiss, egal ob sie in der Schweiz oder im Ausland produziert werde. Deshalb sei die weisse Linie nicht mit dem Käsemarkt vergleichbar, wo starke und im In- wie Ausland gefragte Marken vorhanden sind. Der nach wie vor starke Franken gegenüber dem Euro lasse eine erfolgreiche Öffnung ebenfalls zur Illusion werden.
17 Rappen tieferer Milchpreis
«Eine Öffnung der weissen Linie würde den Milchpreis um 17 Rappen absacken lassen und zu enormen, in keiner Art und Weise tragbaren Einkommensausfällen bei den Milchproduzenten führen würde», schreibt der SBV in einer Medienmitteilung.
Es wären öffentliche Gelder in der Höhe von mehr als 200 Millionen Franken notwendig, um diese Verluste zu kompensieren.
Dem hohen Finanzbedarf stehe ein nicht vorhandener Nutzen gegenüber. Sprich: «Eine Öffnung würde niemandem etwas bringen. Deshalb ist es für den SBV klar, dass die Öffnung der weissen Linie eine Schnapsidee ist», findet der Bauernverband klare Worte.
jw