Es sei kein Geheimnis gewesen, dass der Verband mit Schneider-Ammann nicht immer gleicher Meinung gewesen sei, sagt der Freiburger Nationalrat gegenüber der Agentur Keystone-SDA. Schneider Ammann sei jedoch immer bereit gewesen, einen Dialog zu führen.

Bourgeois erwähnt zum Beispiel die parlamentarische Initiative, welche dieses Jahr von der Wirtschaftskommission des Ständerats angenommen worden war und die den Mindestpreis für Zucker garantiert. Schneider-Ammann habe sich dafür offen gezeigt.

Die Bauern seien nicht grundsätzlich gegen Freihandelsabkommen, sagt Bourgeois weiter. Es sei aber wichtig, dass ihre Interessen gewahrt werden. Schneider-Ammann habe sich immer sehr bemüht. Über den verfrühten Rücktritt zeigte sich der Direktor aber überrascht.

Nicht nur Lob aus Bauernkreisen

Anderers sieht dies Rudi Beerli von Uniterre Genf - er ist der Meinung, dass es mit Schneider-Ammann wenig Dialog gegeben habe: "Er sah sich selber der Landwirtschaft nahestehend, da sein Vater Tierarzt war, aber er hat uns nicht verstanden."

Kritik kommt auch vom ehemaligen Sekretär der Bauerngewerkschaft, Fernand Cuche. Er bedauert, dass Schneider-Ammann sich nicht für Fragen wie Nachhaltigkeit, Ökologie und Bauern interessiert habe. Der Wettbewerbsgedanke habe bei ihm im Vordergrund gestanden, sagt der Biobauer und ehemalige Neuenburger Regierungsrat. Er hofft, dass der zukünftige Wirtschaftsminister ein Gehör für den Bauernstand hat.

sda