Dank der Swissnessvorlage und der steigenden Nachfrage nach verarbeiteten Bio- Produkten ist Schweizer Bio-Zucker gesucht. Die Nachfrage kann heute nicht gedeckt werden. Dies soll sich nun ändern. Dank einem Flächenausbau auf 200 Hektaren sollen zukünftig 1600 t Schweizer Bio-Zucker hergestellt werden. In der Branchenvereinbarung 2018 hat die Interprofession Zucker die Rahmenbedingungen festgelegt. Der Richtpreis für Bio-Zuckerrüben beträgt CHF 158.- /t Rüben inkl. Bio- Suisse Labelprämie von CHF 30.- /t, dazu kommen Qualitätszahlungen und Frühablieferungsprämie. Wenn die Erwartungen an das Projekt erfüllt sind, wird die Schweizer Zucker AG die Labelprämie für Schweizer Biorüben beibehalten. Der durchschnittliche Ertrag liegt bei rund 50 Tonnen/ Hektar. Details können der Branchenvereinbarung 2018. Diese und die Anbauverträge sind bei der Zuckerfabrik erhältlich.

Grundsteine für eine erfolgreiche Produktion jetzt legen

Indem sich die Betriebsleiter Gedanken zur Fruchtfolge, der Düngung und der Bodenbearbeitung machen, wird jetzt der optimale Grundstein für einen erfolgreichen Zuckerrübenbau gelegt. Rüben, welche in der Fruchtfolge nach Getreide angebaut werden, sind ideal. Die Parzelle kann nach der Getreideernte aufgekalkt, und die nötige Grunddüngung ergänzt werden. Dazu eignet sich Mist, Kompost oder eine Güllegabe. Ohne Hofdünger können auch organische Handelsdünger eingesetzt werden. Wichtig: einen (Bio-) Rübenbau ohne ausreichend Kalk im Boden- ausser in reinen Moorböden-, ist nicht zu bewerkstelligen. Gerade im Bio-Zuckerrübenanbau gilt das speziell, weil keine Fungizidzusätze im Saatgut erlaubt sind. Vorbeugend gegen möglichen Wurzelbrand bei Zuckerrüben hilft Ricokalk, welcher bekanntlich die Knospenzertifizierung trägt. Dieses Nebenprodukt aus der Zuckerherstellung ist nicht nur ein Bodenverbesserer, sondern zugleich auch ein wertvoller Dünger. Nebst dem Kalkgehalt von ca. 50% CaCO3, bringen 5 Tonnen Ricokalk pro Hektar zusätzlich 55 kg Phosphor, (11 kg P2O5 pro Tonne Kalk), sowie 30 kg Magnesium (Mg) und 550 kg organische Substanz. Vom Düngerwert ausgehend sind die Ricokalk-Preise äusserst günstig. Bei Kalimangel ergänzt man Kali entweder durch Mist/Kompost oder Kalimagnesia. Im Falle von drohendem Bormangel (nach Aufkalkung häufig) kann man mittels einer Solubor-Blattspritzung den Mangel einfach beheben.

Die Böden wurden durch Hitze und Trockenheit in der Tiefe quasi gratis gelockert. Kein noch so langes Stahl-Werkzeug mit dem dazu nötigen starken Traktor und entsprechendem Dieselverbrauch, kann eine solch tiefgreifende Bodenlockerung erzielen wie die Natur. Eine flache Bodenlockerung mittels Grubber, hilft den Kalk und die Grunddünger in der obersten Bodenschicht einzumischen. Die Saat einer geeigneten Gründüngung stabilisiert und durchwurzelt den Boden in die Tiefe. Phacelia-Reinsaaten sind gut geeignet, oder als Gemenge mit einem Leguminosenanteil, z. Bsp. UFA Lepha oder Orga Mix C. Ölrettich oder Sareptasenf sind ebenfalls eine gute Wahl, solange nicht Raps in der Fruchtfolge steht. Ein Merkblatt zum biologischen Zuckerrübenanbau gibt detaillierte Tipps. Diese Publikation ist kostenlos im Netz abrufbar unter www.shop.fibl.org.

pd