Die Sozialdemokratische Partei (SP) unterstütz die Hornkuh-Initiative, die am kommenden 25. November zur Abstimmung kommt. "Die grosse Mehrheit der Delegierten war der Ansicht, dass das Tierwohl-Anliegen der Initiative zu unterstützen sei", heisst es in einer Mitteilung der Partei. Stimmenzahlen wurden nicht genannt.

Zweite Partei nach der EVP mit Ja-Parole

Die SP ist damit nach der EVP die zweite Partei, die dem Vorhaben von Initiant Armin Capaul zustimmt. Am Freitag hatte die FDP Aargau ein Nein empfohlen. Die Landwirtschaftskammer des Schweizer Bauernverbands (SBV) ihrerseits hat vor Kurzem Stimmfreigabe beschlossen.

Capaul zeigte sich an einem Treffen von internationalen Agrarjournalisten in Schüpfheim vom Samstag sehr optimistisch, was die Abstimmung angeht. "Ich rechne mit einer Zustimmung von 80 Prozent der Bevölkerung und von 100 Prozent der Stände", sagte er.

Bundesrat Schneider-Ammann riet zur Initiative

Er hat auch bereits klare Vorstellungen, was nach einer Zustimmung durch den Souverän zu tun wäre. "Dann sollen sie den in der Kommission verworfenen Gegenvorschlag umsetzen", erklärte er am Samstag. Dieser enthielt nicht den ursprünglich angedachten Hornfranken (1 Franken pro behornte Kuh und Tag), sondern eine Verdoppelung der RAUS-Beiträge für behornte Kühe, also 380 statt 190 Franken pro Kuh und Jahr.

Die Hornkuh-Initiative lancierte Capaul, obwohl er das ursprünglich gar nicht wollte. Erst nach gescheiterten Versuchen mit Briefen an Bundesrat Schneider-Ammann und einer Petition mit 18'000 Unterschriften griff er zum Mittel des Volksbegehrens, wie er vor den Journalisten in Erinnerung rief. Dazu hatte ihm Schneider-Ammann in einem seiner Briefe ausdrücklich geraten.

akr