Nachdem der Ständerat gestern eine Reise ins Simmental BE unternahm, wo er bereits intensiv über die Initiative diskutierte, kam es heute Morgen zur Entscheidung.
Der Ständerat hat den Antrag der Kommission für Wirtschaft und Abgaben, zur Ablehnung der Hornkuhinitiative mit 28 zu acht Stimmen angenommen. Damit unterstützen die Ratsmitglieder auch die Empfehlung des Bundesrats.
30 Mio Fr. müssen kompensiert werden
Peter Hegglin (CVP) argumentierte mit der Unfallgefahr für die Landwirte. Er führte eine Statistik aus Österreich an, welche aufzeigt, dass zehn Prozent der Unfälle durch Hornstösste verursacht würden. «Jeder Unfall ist ein Unfall zu viel», findet Hegglin. Er unterstütze auch die Landwirtschaftliche Unfallverhütungsstelle (BUL) welche seit Jahren empfehle, hornlose Genetik zu fördern.
Auch fiel oft das Argument, dass die rund 30 Mio Franken, die die Umsetzung jählich kosten würden, an einem anderen Ort bei den Direktzahlungen kompensiert werden müssten.
Tierwohl- statt Schönheitsbeiträge
Anita Fetz (SP) setzte sich dagegen für die Befürwortung ein. «Wir Konsumenten mögen es nicht, wenn auf der Milchverpackung eine Kuh mit Hörnern drauf ist, wir aber auf den Weiden vorallem Kühe sehen ohne Hörner. Das ist Täuschung.» Für sie gäbe es zu dem Thema gar nicht viel zu diskutieren. Wenn die Natur den Tieren diese Hörner gegeben habe, dann bräuchten sie diese bestimmt. Sie findet, dass hingegen in der Direktzahlungsverordnung viele andere unsinnige Dinge geförtert würden:«Wozu brauchen wir Beiträge für schöne Brunnentröge?»
Zum Schluss der Diskussion führte Landwirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann noch die Argumente des Bundesrates an. Er persönlich hätte Spass gehabt, beim Zuhören, denn es sei klar gewesen, dass die Argumentation durchaus emotional werden könnte. Doch obwohl ihm persönlich Kühe mit Hörnern besser gefallen, als solche ohne Hörner könne der Bundesrat die Initiative nicht unterstützen. «Es könnte Bauern verleiten, behornte Tiere in dafür nicht geeigneten Ställen zu halten.»
«Das Volk entscheidet»
Armin Capaul, der Vater der Initiative, meint dazu: «Die Entscheidungen des Ständerats sowie des Nationalrats sind für mich eigentlich egal. Wichtig ist das, was das Volk entscheidet. Und von der Bevölkerung habe ich mehrheitlich positive Reaktionen.» Er reiste für die Entscheidung eigens nach Bern. Das SRF ist ebenfalls vor Ort und filmte den Bündner nach der Entscheidung des Ständerats. Es wird in der Tagesschau ausgestrahlt.
Armin Capaul erzählt ausserdem gegenüber der BauernZeitung, dass der ARD bereits drei Tage Mal bei ihm war. «Ich bin selber überrascht, dass die Öffentlichkeit so auf das Hornkuh-Thema anspricht.»
jba