Im Anschluss an den Marché-Concours, der am letzten Wochenende traditionell im Herzen der Freibergerzucht, dem Kanton Jura, stattfand, kursierte ein Bild, später sogar ein Film auf Facebook, einem sozialen Netzwerk im Internet. Die Aufnahmen zeigen ein Fohlengespann, das am Anlass an einem Wettbewerb teilnahm. Zahlreiche Stellungnahmen verurteilen auf Facebook teils mit harscher Kritik das Gespann am Marché-Concours. Die BauernZeitung hat nachgefragt.
Kein möglicher Schaden
Beim Verband ist das Vorgehen bekannt. «Ein Gespann mit zwei Fohlen ist nicht neu und ist sogar eine Tradition des Marché-Concours», erklärt Stéphane Klopfenstein auf Anfrage. Zehntausende von Besuchern schauen den Anlass jedes Jahr mit Freude an, ergänzt er. «Meines Wissens gibt es kein Verbot für das Anspannen von Fohlen und es ist auch kein Problem, wenn es gut gemacht wird und die Fohlen von Profis gefahren werden, wie wir das dieses Jahr wieder sehen konnten», erklärt Klopfenstein gegenüber der BauernZeitung. Er erkennt keinen möglichen Schaden, den solche Bilder auf das Image des Freibergerpferdes oder des Schweizerischen Freibergerverbandes haben könnten.
Vom Gesetz nicht verboten
Gesetzlich gesehen ist das Anspannen von Fohlen nicht konkret verboten. Das Tierschutzgesetz definiert Grundsätze im Umgang mit Tieren (siehe Kasten). Doch wer bestimmt, wann ein Pferd überanstrengt ist oder einen Schaden erleidet? Beim Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) wird auf Anfrage erklärt, dass die Kantone eigenständig für den Vollzug der Gesetze verantwortlich sind. Das BLV unterstütze die Kantone bei Bedarf in Fragen im Zusammenhang mit dem Vollzug. In Saignelégier war der zuständige Kantonstierarzt vor Ort, der über das Fohlengespann bereits im Vorfeld des Anlasses informiert war. Bis Redaktionsschluss sind vonseiten des Kantonstierarztes und dem Veranstalter keine Stellungnahmen zu den Fragen der BauernZeitung eingegangen.
Die Befragung dreier namhafter Züchter auf dem Fohlenschauplatz in Hasle bei Burgdorf am Mittwoch zeigt, dass auch sie nicht hinter dem Fohlengespann von Saignelégier JU stehen. Solche Bilder seien in der heutigen Zeit kaum förderlich für das Image der Rasse und müssten eigentlich verschwinden. Es hätten bereits einige Züchter damit aufgehört, und ein Fohlengespann sei in der Schweiz kaum andernorts als am Marché-Concours zu sehen, erklären sie.
Simone Barth