"Ich war erstaunt, wie häufig der grosse Leberegel in unserer Region vorkommt", kommentierte Steffi Bergmann eine entsprechende Karte. Die Veterinärmedizinerin war eine der Referentinnen am Liebegger Milchtag in Brunegg. Der Parasit könne die Leber eines Rindviehs soweit zerstören, dass mit einem jährlichen Verlust von 450 Kilo Milch oder einer deutlich verringerten Mastleistung zu rechnen sei, dazu kommen Fruchtbarkeitsstörungen und ein anfälliges Immunsystem. Behandlungen sind medikamentös möglich, ein spezielles Weidemanagement hilft vorbeugen.
Das Wunderwerk Leber
Der Stoffwechsel, bei dem die Leber eine zentrale Rolle spielt, war das Thema des Weiterbildungstags. Steffi Bergmann informierte über das faszinierende Organ - das einzige bei höheren Säugetieren, das grössere Teile von sich selber narbenfrei ersetzen kann, also sozusagen nachwächst. Um 50 Liter Milch zu erzeugen, werden in der Leber 1,75 kg Eiweiss, 1,9 kg Fett, 2,4 kg Milchzucker sowie 350 g Vitamine hergestellt und in 33'000 Liter Blut geliefert – und das täglich. Die Leber entgiftet Stoffwechselprodukte, wandelt Ammoniak in Harnstoff um, verarbeitet und speichert Fett, bildet Zucker, Galle, Ketonkörper und Bluteiweiss, beeinflusst das Immunsystem, regelt das Hormongleichgewicht, speichert Eisen und Vitamine. Der Mensch merkt oft spät oder nur indirekt, dass die Leber einer Kuh nicht mehr richtig arbeitet. Im Blut sind Leberschädigungen erst in einem späten Stadium erkennbar, mehr Aufschluss gibt eine Gewebeentnahme.
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Ausführlicher Artikel in der BauernZeitung Zentralschweiz und Aargau vom 25. Januar.