Der zweite Teil unserer Sommerserie «Vielfalt & Gegensätze» ist fest in Frauenhand. Zwei Frauen, beide wohnhaft auf einem Bauernhof, beide Betreuerinnen eines Hofladens, aber nur eine davon ist Bäuerin - die andere bezeichnet sich als «Frau eines Bauern».
Die Bäuerin ist Erika Arnold, stammt ursprünglich aus dem Appenzellerland, lebt aber nun in Seedorf. Die 41-Jährige ist schon auf einem landwirtschaftlichen Betrieb aufgewachsen. «Das Grundgerüst hatte ich zwar schon, aber damals wäre mir nie in den Sinn gekommen, einen Bauer zu heiraten», meint sie lächelnd, der Appenzeller-Dialekt schwingt noch in ihrer Stimme mit. Doch die Liebe schlug zu und wies Erika Arnold, ursprünglich gelernte Kleiderverkäuferin, auch in beruflicher Hinsicht den Weg. «Als ich Christian kennenlernte, absolvierte ich die Bäuerinnenschule», so die 41-Jährige. Die Rollen auf dem Hof sind jedoch klar verteilt: «Christian ist für den Hof und den Betrieb zuständig, ich für die Direktvermarktung.» Dem Betrieb gehört nämlich ein Hofladen an, den die 41-Jährige mit Hilfe der Praktikantin oder Angestellten im Winter betreut.
Auch Doris Scherrer verschlug es aus Liebe auf einen Bauernhof. Im Gegensatz zu Erika Arnold bezeichnet sie sich aber klar als «Frau eines Bauern». Wieso? «Schon bei unserer Hochzeit habe ich den Gästen gesagt, dass ich nicht einfach Bäuerin werde, nur weil ich mit Armin einen Bauern heirate. Sonst wäre er jetzt Kindergärtner und Aerobic-Instruktor.» Mit Armin habe sie zwar auch den Hof geheiratet, wie das bei Bäuerinnen so üblich ist. «Aber rein schon aus Respekt vor Bäuerinnen würde ich mich nie als eine bezeichnen, ich habe ja schliesslich auch nie eine Bäuerinnenschule besucht. Ich bin die Frau eines Bauern und mache, was ich gut kann.» Die 46-Jährige arbeitet 50 Prozent als Heilpädagogin, daneben betreut sie zuhause ihr «drittes Kind», den Hofladen «Machbar». Hier verkauft zusammen mit fünf anderen Frauen handgemachte Karten, Geschenke oder Kleinmöbel im Shabby Chic Style.
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Lara Aebi
Mehr über die beiden Frauen erfahren Sie in der Zentralschweizer Ausgabe der BauernZeitung vom 27. Juli.
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