Es war an der Infoveranstaltung der PMO Schwyzer Milch von letzten Donnerstagabend schon fast wie an einer Siegesfeier. Die Meldung, dass der Thurgauer Milchproduzent der die Lactofama Beiträge nicht zahlte, vor Gericht Recht erhalten hat, freute die Schwyzer Milchproduzenten. Viele von ihnen zahlten die Beiträge ebenfalls nicht. Auch nicht nach mehreren Mahnschreiben durch die Genossenschaft Vereinigte Milchbauern Mitte-Ost (VMMO), die den Auftrag hatte, diese Gelder einzuziehen. „Unser Rechtsberater hat stets betont, dass über den Entscheid des SMP, die Lactofama Beträge zu erheben, auch in den Mitglieder-Organisationen hätte abgestimmt werden müssen“, erklärte Christian Bruhin, der Präsident der PMO Schwyzer Milch.
Diese Woche Kündigung erhalten
Die PMO Schwyzer Milchhuus zog aber nicht nur die Lactofama Beiträge nicht ein, auch die Verwaltungsbeträge SMP und die Bauernverbandsbeiträge wurden ab 2015 zurückgehalten und nach einem GV-Beschluss den Produzenten zurückbezahlt. Diese „nicht korrekt einbezahlten Produzentenbeträge SMP uns SBV“ führten nun zur Kündigung von der VMMO an Mitglieder der PMO Schwyzer Milch, die gut 200 Milchbauern zählt. „Aufgrund der anspruchsvollen Situation in der Milchwirtschaft wollen wir uns für jene Mitglieder einsetzen, die unsere Unterstützung schätzen und aktiv in unserer Genossenschaft mitmachen“, begründet die VMMO ihre Kündigung im Schreiben weiter. Diese Kündigung sei zwar gemäss Christian Bruhin juristisch nicht korrekt, da die Rechtsmittelbelehrung fehle. Für grosse Traurigkeit sorge diese aber nicht. Viele Mitglieder der PMO haben sich gar nie als Mitglied der VMMO gesehen, da sie aus dem Milchverband Winterthur in die Genossenschaft VMMO aufgenommen wurden. „Wir forderten die VMMO mehrmals auf, unsere Mitgliedschaft zu beweisen“, erklärte PMO-Präsident Bruhin. Im Gegensatz zum erwähnten Thurgauer Milchproduzent sei aber seines Wissens bisher gegen kein Mitglied der PMO juristisch vorgegangen worden.
Reto Betschart